Was ist ein Bodenablauf?
Ein Bodenablauf ist eine Entwässerungsstelle, die in den Fussboden eingelassen ist. Der Boden ist zum Ablauf hin leicht geneigt, sodass Wasser von selbst dorthin fliesst. Unter dem sichtbaren Rost sitzt ein Aufsatz, darunter ein Geruchsverschluss und der Anschluss an die Abwasserleitung, die das Wasser zur Grundleitung führt.
Bodenabläufe gibt es in vielen Formen: als Duschrinne im Bad, als runder Ablauf in Waschküche und Heizraum, als Rinne in Tiefgaragen oder als Terrassen- und Balkonablauf im Freien. Ihre Aufgabe ist immer dieselbe: Wasser schnell und geruchsfrei von einer Fläche abzuleiten.
Aufbau: Rost, Siphon und Anschluss
Der Rost hält grobe Gegenstände zurück, oft ergänzt durch einen herausnehmbaren Sieb- oder Schmutzeinsatz. Darunter liegt der Geruchsverschluss: Ein stehender Wasserrest verhindert, dass Gase aus der Kanalisation in den Raum steigen. Bei manchen Abläufen sorgt ein mechanischer Verschluss zusätzlich dafür, dass kein Geruch austritt, wenn der Siphon selten benutzt wird.
Je nach Lage hat der Bodenablauf eine Abdichtung, die an die Bodenabdichtung des Raumes anschliesst. Das ist vor allem bei Duschen und Terrassen wichtig, damit kein Wasser unter den Belag gelangt. Ist dieser Anschluss mangelhaft, entstehen Feuchteschäden, die oft erst spät bemerkt werden.
Typische Probleme mit dem Bodenablauf
Das häufigste Problem ist eine Verstopfung. In Duschen sind es Haare und Seifenreste, in Waschküchen Flusen und Waschmittelrückstände, in Kellern und Garagen Sand und Schlamm. Das Wasser fliesst langsam ab oder bleibt stehen. Liegt die Verstopfung tiefer in der Leitung, nützt das Reinigen des Siebs allein nichts mehr.
Das zweite typische Problem ist Geruch. Wird ein Kellerablauf monatelang nicht benutzt, verdunstet das Wasser im Siphon und die Sperre gegen Kanalgase fehlt. Das dritte Problem ist Rückstau: Liegt der Bodenablauf unter der Rückstauebene, kann bei Starkregen Abwasser aus der Kanalisation herausdrücken und den Raum überfluten.
Bodenablauf und Rückstauebene
Fast alle Bodenabläufe in Untergeschossen liegen unter der Rückstauebene, die in der Schweiz meist der Strassenoberkante beim Kanalanschluss entspricht. Diese Abläufe müssen gesichert werden, zum Beispiel mit einem Rückstauverschluss nach SN EN 13564 oder indem sie an eine Hebeanlage mit Rückstauschleife angeschlossen werden.
In älteren Liegenschaften fehlt diese Sicherung oft, oder eine vorhandene Rückstauklappe ist verschmutzt und schliesst nicht mehr. Wer nach einem Gewitter Wasser aus dem Kellerablauf steigen sieht, sollte deshalb nicht nur reinigen lassen, sondern auch prüfen, ob die Sicherung fehlt oder defekt ist.
Reinigung und Pflege
Für die laufende Pflege genügt es oft, den Rost abzunehmen, den Schmutzeinsatz zu leeren und den Ablauf mit warmem Wasser zu spülen. In selten genutzten Räumen hilft es, regelmässig etwas Wasser nachzugiessen, damit der Siphon nicht austrocknet. Aggressive chemische Abflussreiniger sind keine gute Lösung, weil sie Dichtungen und Leitungen angreifen können.
Sitzt die Verstopfung tiefer oder kehrt sie immer wieder, reinigt eine Fachfirma die Leitung mechanisch mit der Rohrreinigungsspirale oder mit Hochdruck bis zur Grundleitung. Eine anschliessende Kamerabefahrung zeigt, ob ein Versatz, ein Bruch oder eingewachsene Wurzeln die Ursache sind.
In einem Reiheneinfamilienhaus in Wettingen roch es in der Waschküche immer wieder nach Kanal, und nach einem Gewitter stand Wasser um den Bodenablauf. Karo stellte fest, dass der Siphon regelmässig austrocknete, weil der Ablauf kaum benutzt wurde, und dass die Ableitung bis zur Grundleitung stark mit Schlamm belegt war. Nach der Hochdruckreinigung zeigte die Kamera eine freie Leitung, aber keine Rückstausicherung. Der Eigentümer liess anschliessend einen Rückstauverschluss einbauen und gibt nun monatlich etwas Wasser in den Ablauf.

