Wie funktioniert die Hochdruckspülung?
Eine Hochdruckpumpe erzeugt Wasserdruck von meist 120 bis 200 bar. Dieser wird über einen Schlauch zu einer Spüldüse geführt, deren rückwärts gerichtete Strahlen die Düse selbstständig durch die Leitung ziehen und dabei die Rohrwand abspülen.
Das gelöste Material wird mit dem Spülwasser zum nächsten Schacht transportiert und dort abgesaugt. Für unterschiedliche Aufgaben gibt es spezielle Düsen – etwa Fräs- oder Wurzelschneiddüsen für hartnäckige Verkrustungen und Wurzeln.
Wofür wird die Hochdruckspülung eingesetzt?
Sie ist das Standardverfahren zur Reinigung von Abwasserkanälen, Grundleitungen, Regenwasserleitungen und Fallleitungen. Auch stark verfettete Küchenabwasserleitungen und versandete Rohre lassen sich damit zuverlässig reinigen.
Vor einer Kanal-TV-Inspektion oder einer Sanierung ist die Hochdruckspülung fast immer der erste Schritt. Nur ein sauberes Rohr erlaubt eine aussagekräftige Kamerabefahrung und einen fachgerechten Linereinbau.
Vorteile der Hochdruckspülung
Das Verfahren reinigt gründlich, materialschonend und ohne Chemie. Der Wasserdruck lässt sich an Material und Zustand des Rohrs anpassen, sodass auch empfindliche Leitungen sicher gereinigt werden.
Weil Spülen und Absaugen in einem Arbeitsgang erfolgen, bleibt der gelöste Schmutz nicht im System zurück. Das Ergebnis ist ein durchgängig freier, strömungsgünstiger Kanal.
Sicherheit und richtiger Druck
Der richtige Druck ist entscheidend. Zu wenig Druck reinigt unzureichend, zu viel kann empfindliche oder bereits geschädigte Rohre belasten. Deshalb wählen Fachleute Druck und Düse passend zum Rohrmaterial.
Bei alten oder bereits beschädigten Leitungen wird vorsichtiger gespült und der Zustand vorab per Kamera beurteilt. So wird die Reinigung wirksam und zugleich schonend ausgeführt.
In einem Restaurant in Bern fliesst das Küchenabwasser immer langsamer ab, weil sich in der Fettabscheider-Leitung dicke Fettschichten gebildet haben. Mit einer Hochdruckspülung löst die Spüldüse die Verkrustungen restlos von den Rohrwänden. Die Leitung ist wieder voll durchgängig, ganz ohne Chemie.
