Was umfasst eine Zustandsanalyse
Bei der Zustandsanalyse werden alle festgestellten Schäden erfasst, klassifiziert und bewertet. Dazu gehören Risse, Scherbenbildung, Wurzeleinwuchs, Ablagerungen, Korrosion, Muffenversätze und Undichtigkeiten. Jeder Befund wird nach einem standardisierten Kürzelsystem dokumentiert und mit Positionsangabe versehen.
Die Auswertung stützt sich in der Schweiz auf die Richtlinien des VSA (Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute) sowie auf die europäische Norm EN 13508-2. So entsteht eine objektive, vergleichbare und gerichtsfeste Beurteilung des Netzzustands.
Wann ist eine Zustandsanalyse nötig
Gemeinden und Kanton verlangen periodische Zustandserfassungen der öffentlichen und privaten Abwasseranlagen. Für Liegenschaftsbesitzer wird eine Zustandsanalyse fällig bei wiederkehrenden Verstopfungen, Geruchsproblemen, Rückstau oder vor grösseren Umbauten und Grundstücksverkäufen.
Auch nach einer Kanalsanierung dient die Zustandsanalyse als Abnahmedokument und belegt, dass die durchgeführten Massnahmen normkonform ausgeführt wurden.
Ablauf und Ergebnis
Zuerst wird der Kanal gereinigt, danach mit einer Kanalkamera befahren. Die Aufnahmen werden ausgewertet und in einem Zustandsbericht mit Schadensklassen, Bildern und Empfehlungen zusammengefasst. Der Bericht priorisiert die Massnahmen von dringend bis beobachtend.
Auf dieser Basis lassen sich Sanierungen zielgerichtet planen und Budgets realistisch kalkulieren. Statt pauschal zu erneuern, werden nur die tatsächlich schadhaften Abschnitte behandelt.
Kosten einer Zustandsanalyse
Die Kosten setzen sich aus Vorreinigung, Kanal-TV-Inspektion und Auswertung zusammen. Die Kanal-TV-Inspektion beginnt ab CHF 50 pro Abschnitt, die Reinigung wird mit rund CHF 160 pro Stunde verrechnet, dazu kommt die Anfahrtspauschale von CHF 60. Der Auswertungsbericht wird je nach Umfang separat kalkuliert.
Eine Eigentümergemeinschaft in Winterthur meldet wiederkehrenden Wasserrückstau im Kellergeschoss. Karo Kanaltechnik reinigt die Leitung, befährt sie mit der Kamera und erstellt eine Zustandsanalyse. Das Ergebnis zeigt zwei gerissene Muffen auf 14 Metern Länge, die gezielt mit einem Pointliner saniert werden, statt die gesamte Leitung aufzugraben.
