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Glossar der Kanaltechnik

Von A wie Abflussreinigung bis Z wie Zustandsanalyse: Jeder Fachbegriff rund um Kanalreinigung, Rohrsanierung, Inspektion und Dichtheitsprüfung – ausführlich auf einer eigenen Seite erklärt.

Kurz erklärt

Das Glossar der Kanaltechnik von Karo Kanaltechnik erklärt über 30 Fachbegriffe rund um Kanalreinigung, Rohrsanierung, Inspektion und Dichtheitsprüfung, von Abflussreinigung bis Zustandsanalyse. Jeder Begriff hat eine eigene Seite, etwa Kanal-TV-Inspektion, Inliner, Sprayliner, Pointliner, Leckortung oder Rückstausicherung, mit Erklärung und Verweis auf die passende Dienstleistung.

Kanalreinigung

Die professionelle Reinigung von Abwasserkanälen, Grund- und Hausanschlussleitungen mit Hochdruck-Wasserstrahl (bis 200 bar). Ablagerungen, Fett, Wurzeln und Verstopfungen werden chemiefrei entfernt, damit das Abwasser wieder ungehindert abfliesst. Empfohlen wird eine wiederkehrende Reinigung je nach Nutzung alle 1–5 Jahre.

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Rohrreinigung

Das Beseitigen von Verstopfungen und Ablagerungen in kleineren Abfluss- und Rohrleitungen innerhalb eines Gebäudes – etwa bei Küche, Bad oder Fallrohren. Zum Einsatz kommen mechanische Verfahren (Rohrreinigungsspirale, Fräse) und Hochdruckspülung.

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Kanalsanierung

Die Instandsetzung schadhafter Kanäle. Bei der grabenlosen Kanalsanierung wird die Leitung ohne Aufgraben von innen erneuert – etwa mit Schlauchliner (Inliner), Kurzliner oder Sprayliner. Das spart Zeit, Kosten und schont Strassen und Gärten.

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Sprayliner

Ein Sanierungsverfahren, bei dem eine Beschichtung (z. B. Polyurethan) gleichmässig auf die Rohrinnenwand aufgetragen wird. Geeignet für Leitungen mit vielen Bögen und Abzweigen, die sich mit einem Schlauchliner schwer sanieren lassen.

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Pointliner / Kurzliner

Eine punktuelle Reparatur, bei der nur ein kurzer, örtlich begrenzter Schaden (Riss, undichte Muffe) mit einem kurzen Liner abgedichtet wird – ohne die gesamte Leitung zu sanieren.

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Leckortung

Das präzise Auffinden undichter Stellen in Leitungen mit Methoden wie Nebel-, Druck- oder akustischer Ortung sowie Kamerabefahrung – gezielt und ohne unnötiges Aufreissen von Wänden oder Böden.

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Dichtheitsprüfung

Die normierte Prüfung, ob eine Leitung dicht ist – mit Luft (Luftdruck) oder Wasser nach SN EN 1610. In der Schweiz für neue und sanierte Abwasserleitungen vorgeschrieben; sie schützt Grundwasser und Boden vor austretendem Abwasser.

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Schachtreinigung

Das Entfernen von Schlamm, Sand und Ablagerungen aus Kontroll-, Schlamm- und Sickerschächten. Regelmässig gereinigte Schächte verhindern Rückstau und Geruchsbildung.

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Schachtsanierung

Die Instandsetzung undichter oder beschädigter Schächte durch Beschichtung, Auskleidung oder Neuprofilierung – oft nötig bei Korrosion, Wurzeleinwuchs oder eindringendem Grundwasser.

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Hochdruckspülung

Reinigungsverfahren, bei dem Wasser mit hohem Druck (bis 200 bar) über eine Spüldüse durch die Leitung geführt wird. Es löst Ablagerungen und Verstopfungen chemiefrei und spült sie zum Schacht.

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Rohrreinigungsspirale

Ein flexibler Stahldraht (Spirale), der von Hand oder mit einer Maschine in die Leitung geschoben und gedreht wird, um Verstopfungen mechanisch zu durchbohren oder herauszuziehen. Wirksam bei lokalen Verstopfungen, stösst bei verwurzelten oder verkalkten Leitungen aber an Grenzen.

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Rückstau

Das Zurückdrücken von Abwasser aus dem Kanal in tiefer gelegene Räume (Keller, Waschküche), meist bei Starkregen oder verstopftem Kanal. Eine Rückstausicherung und ein funktionierendes Entwässerungssystem beugen Wasserschäden vor.

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Grundleitung

Die im Erdreich oder unter der Bodenplatte verlegte Abwasserleitung, die das Abwasser vom Gebäude zum öffentlichen Kanal führt. Weil sie unzugänglich ist, werden Schäden meist per Kanal-TV-Inspektion erkannt.

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Zustandsanalyse

Die systematische Bewertung des Zustands eines Entwässerungssystems auf Basis von Kamerabefahrung und Schadensklassifizierung. Sie zeigt Handlungsbedarf auf und ist Grundlage für eine wirtschaftliche Sanierungsplanung.

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Fettabscheider

Eine Vorrichtung in Gastronomie- und Gewerbebetrieben, die Fette und Öle aus dem Abwasser abscheidet, bevor sie in den Kanal gelangen. Regelmässige Leerung und Reinigung sind gesetzlich vorgeschrieben und verhindern Verstopfungen.

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24/7 Notfalldienst

Rund um die Uhr verfügbarer Pikettdienst für dringende Fälle wie akute Verstopfungen, Rückstau oder überlaufende Schächte – auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen.

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Kanalisationsreinigung

Synonym für Kanalreinigung: das Reinigen der Kanalisation – also des öffentlichen und privaten Abwassernetzes – von Ablagerungen, Sand, Fett und Wurzeln. Umgangssprachlich meint «Kanalisationsreinigung» dasselbe wie Kanalreinigung und wird meist mit Hochdruckspülung ausgeführt.

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Abflussreinigung

Das Freimachen verstopfter Abflüsse in Küche, Bad, Dusche oder WC. Bei einzelnen Abflüssen genügen oft mechanische Verfahren; bei wiederkehrenden oder tiefer liegenden Verstopfungen ist eine professionelle Rohr- oder Kanalreinigung nötig.

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Kamerabefahrung

Das Befahren einer Leitung mit einer Kanalkamera zur Zustandskontrolle – gleichbedeutend mit Kanal-TV-Inspektion oder Kanalfernsehen. Sie deckt Risse, Wurzeln, Versätze und Ablagerungen auf und lokalisiert sie exakt für eine gezielte Sanierung.

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Kanalunterhalt

Die vorbeugende, wiederkehrende Pflege des Entwässerungssystems – Reinigung, Inspektion und kleinere Reparaturen nach Plan. Regelmässiger Kanalunterhalt verhindert teure Notfälle und verlängert die Lebensdauer der Leitungen; für Liegenschaften und Gewerbe bieten wir Unterhaltsverträge an.

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Gewerbliche Kanalreinigung

Kanal- und Rohrreinigung für Betriebe, Liegenschaftsverwaltungen und die Industrie – etwa Restaurants (Fettabscheider), Produktionsbetriebe oder Überbauungen. Sie erfordert oft grössere Spülfahrzeuge, dokumentierte Abläufe und Notfallbereitschaft, damit der Betrieb nicht stillsteht.

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Rückstausicherung

Eine Rückstauklappe oder Hebeanlage, die verhindert, dass Abwasser bei Starkregen oder verstopftem Kanal aus dem öffentlichen Netz in tiefer gelegene Räume zurückdrückt. Sie schützt Keller und Waschküchen vor Überflutung und ist in der Schweiz für rückstaugefährdete Räume vorgeschrieben.

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Kanalspülfahrzeug / Saugwagen

Ein Spezialfahrzeug, das Hochdruckspülung und Saugtechnik kombiniert: Es löst Ablagerungen mit Wasserdruck und saugt Schlamm und Schmutz zugleich ab (Spül-Saug-Kombi). Kernwerkzeug für die professionelle Kanalreinigung und Schachtreinigung.

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Wurzelfräsen / Fräsarbeiten

Das mechanische Entfernen von eingewachsenen Wurzeln, Beton- oder Kalkablagerungen mit einer rotierenden Fräse. Nötig, wenn Hochdruckspülung allein nicht ausreicht – häufig vor einer Kanalsanierung, um die Leitung wieder auf vollen Querschnitt zu bringen.

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Drainage / Drainagereinigung

Drainageleitungen führen Sicker- und Grundwasser vom Gebäude weg. Verschlammen oder verockern sie, drückt Feuchtigkeit ins Mauerwerk. Die Drainagereinigung per Spülung stellt den Abfluss wieder her und beugt Kellerfeuchte vor.

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Jauchegrube (Güllengrube)

Gruben zur Sammlung von Abwasser, Jauche oder Sickerwasser. Sie müssen regelmässig entleert und gereinigt werden, damit sie funktionsfähig bleiben und keine Gerüche oder Überläufe entstehen – wir übernehmen Absaugung und Reinigung.

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Kanalreparatur / Rohrbruch

Die punktuelle Instandsetzung eines lokal beschädigten Kanals oder Rohrs – etwa nach einem Rohrbruch, bei gerissenen Muffen oder Scherbenbildung. Oft grabenlos per Kurzliner (Pointliner) möglich, ohne die ganze Leitung zu erneuern.

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Sickergrube

Eine Sickergrube ist ein unterirdischer, wasserdurchlässiger Schacht, der Regen- oder Abwasser sammelt und kontrolliert ins umgebende Erdreich versickern lässt. Anders als eine Jauchegrube speichert sie das Wasser nicht dicht, sondern gibt es über eine durchlässige Sohle und Wandung an den Untergrund ab. Damit sie funktioniert, muss sie regelmässig von Schlamm und Feinsedimenten befreit werden.

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Kanal-Inliner

Ein Kanal-Inliner ist ein neues Rohr, das bei der grabenlosen Sanierung in eine bestehende, schadhafte Leitung eingebracht wird – ein Rohr im Rohr. Meist handelt es sich um einen harzgetränkten Schlauchliner, der eingezogen und ausgehärtet wird und danach ein dichtes, tragfähiges Rohr bildet. Der Inliner saniert Kanäle ohne Aufgraben und überbrückt Risse, undichte Muffen und Korrosion dauerhaft.

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Kanalbeschichtung

Kanalbeschichtung ist ein grabenloses Sanierungsverfahren, bei dem eine flüssige Beschichtung – etwa Polyurethan oder Epoxidharz – gleichmässig auf die Innenwand einer Rohrleitung aufgetragen wird. Beim sogenannten Spray-Coating verteilt ein rotierender Sprühkopf das Material, das anschliessend aushärtet und eine dichte, schützende Schicht bildet. Das Verfahren eignet sich besonders für Leitungen mit vielen Bögen und Abzweigen.

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Rohrbruch

Ein Rohrbruch ist die Beschädigung oder das Durchbrechen einer Rohrleitung, durch die Wasser oder Abwasser unkontrolliert austritt. Ursachen sind unter anderem Materialalterung, Frost, Bodenbewegungen, Wurzeleinwuchs und Korrosion. Die undichte Stelle wird per Leckortung und Kamerabefahrung präzise geortet und je nach Ausmass grabenlos – etwa mit einem Pointliner – oder durch Rohrersatz repariert.

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Rückstauebene

Die Rückstauebene ist die höchste Höhe, bis zu der Abwasser aus der öffentlichen Kanalisation bei Überlastung in die Leitungen einer Liegenschaft zurückstauen kann. In der Schweiz gilt in der Regel die Oberkante der Strasse bei der Anschlussstelle, massgebend ist die Festlegung der Gemeinde. Alle Abläufe unterhalb dieser Höhe müssen gegen Rückstau gesichert sein.

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Ölabscheider / Mineralölabscheider

Ein Ölabscheider, fachlich Leichtflüssigkeits- oder Mineralölabscheider, ist eine Anlage, die Öl, Benzin und Diesel aus dem Abwasser zurückhält, bevor es in die Kanalisation gelangt. Er wird bei Garagen, Tankstellen, Waschplätzen und Werkstätten eingesetzt und muss regelmässig kontrolliert, entleert und gereinigt werden. Grundlage ist die Norm SN EN 858.

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Hebeanlage

Eine Hebeanlage ist eine Pumpeneinrichtung, die Abwasser aus Räumen unterhalb der Rückstauebene sammelt und über eine Rückstauschleife in die Kanalisation pumpt. Sie wird nötig, wenn Toiletten, Duschen oder Bodenabläufe im Untergeschoss nicht im natürlichen Gefälle entwässern können. Abwasserhebeanlagen sind in der Normenreihe SN EN 12050 geregelt und müssen regelmässig gewartet werden.

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Kontrollschacht

Ein Kontrollschacht ist ein begehbarer oder einsehbarer Schacht in der Grundleitung einer Liegenschaft, über den Abwasserleitungen kontrolliert, gereinigt und inspiziert werden. Kontrollschächte liegen typischerweise bei Richtungswechseln, Zusammenführungen und vor dem Anschluss an die öffentliche Kanalisation. Ohne sie wären Reinigung und Kanal-TV-Inspektion kaum möglich.

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Schlammsammler

Ein Schlammsammler ist ein Einlaufschacht mit vertieftem Boden, in dem sich Sand, Kies, Laub und Schlamm aus Regen-, Platz- und Dachwasser absetzen, bevor das Wasser in die Leitung fliesst. Er schützt Grundleitungen und Versickerungsanlagen vor Verstopfung und muss regelmässig geleert werden. Viele Schlammsammler haben zusätzlich einen Tauchbogen gegen Geruch und Schwimmstoffe.

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Bodenablauf

Ein Bodenablauf ist eine in den Boden eingelassene Entwässerungsöffnung mit Rost und Geruchsverschluss, über die Wasser aus Duschen, Waschküchen, Kellern, Garagen oder Terrassen in die Abwasserleitung fliesst. Er muss frei, dicht und mit Wasser im Siphon gefüllt sein. Liegt er unter der Rückstauebene, braucht er einen Schutz gegen Rückstau.

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Dachwasserleitung / Regenfallrohr

Eine Dachwasserleitung ist die Leitung, die Regenwasser von der Dachrinne oder dem Flachdach nach unten ableitet und in die Meteorwasserleitung, einen Schlammsammler oder eine Versickerungsanlage führt. Aussen liegt sie meist als Regenfallrohr an der Fassade, bei Flachdächern oft innen im Gebäude. Laub, Moos und Ablagerungen können sie verstopfen.

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Meteorwasser

Meteorwasser ist der in der Schweiz gebräuchliche Fachbegriff für Niederschlagswasser, also Regen- und Schmelzwasser, das von Dächern, Plätzen, Strassen und Zufahrten abfliesst. Nicht verschmutztes Meteorwasser soll nach dem Gewässerschutzgesetz möglichst versickert werden; sonst wird es über eigene Leitungen oder im Mischsystem abgeleitet. Meteorwasserleitungen müssen wie Schmutzwasserleitungen gereinigt und unterhalten werden.

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Mischsystem

Das Mischsystem ist eine Art der Siedlungsentwässerung, bei der Schmutzwasser und Meteorwasser gemeinsam in einem Kanal zur Abwasserreinigungsanlage fliessen. Bei starkem Regen wird ein Teil des verdünnten Mischabwassers über Regenüberläufe und Regenbecken entlastet. Viele ältere Siedlungsgebiete in der Schweiz sind im Mischsystem erschlossen.

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Trennsystem

Das Trennsystem ist eine Art der Siedlungsentwässerung, bei der Schmutzwasser und Meteorwasser in zwei getrennten Leitungen abgeleitet werden. Das Schmutzwasser fliesst zur Abwasserreinigungsanlage, das saubere Regenwasser in ein Gewässer oder eine Versickerung. Voraussetzung ist, dass jede Liegenschaft korrekt an beide Leitungen angeschlossen ist – Fehlanschlüsse belasten Gewässer.

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Fallstrang / Fallleitung

Ein Fallstrang ist die senkrechte Abwasserleitung in einem Gebäude, die das Abwasser aus Küchen, Bädern und WCs der einzelnen Stockwerke sammelt und nach unten in die Grundleitung führt. Er wird über Dach entlüftet und ist das Rückgrat der Hausentwässerung. Verstopfungen, Ablagerungen und undichte Verbindungen im Fallstrang betreffen meist mehrere Wohnungen gleichzeitig.

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Hausanschluss / Anschlussleitung

Der Hausanschluss, auch Anschlussleitung genannt, ist die Abwasserleitung, die eine Liegenschaft mit der öffentlichen Kanalisation verbindet. Er beginnt meist beim letzten Kontrollschacht auf dem Grundstück und endet am Anschluss an den Gemeindekanal. In der Schweiz gehört die Anschlussleitung in aller Regel der Liegenschaft – Unterhalt, Reinigung und Sanierung sind damit Sache der Eigentümerschaft.

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Muffenversatz

Ein Muffenversatz ist eine Verschiebung zweier Rohre an ihrer Verbindungsstelle, der Muffe, sodass die Rohrachsen nicht mehr fluchten. Es entsteht eine Kante oder ein Spalt, an dem sich Ablagerungen festsetzen und durch den Wurzeln eindringen oder Abwasser austreten kann. Muffenversätze gehören zu den häufigsten Befunden der Kanal-TV-Inspektion und werden oft grabenlos mit einem Kurzliner saniert.

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Wurzeleinwuchs

Wurzeleinwuchs bezeichnet das Eindringen von Baum- und Strauchwurzeln in Abwasserleitungen durch undichte Muffen, Risse oder Anschlüsse. Die feuchte, nährstoffreiche Umgebung im Rohr lässt die Wurzeln zu dichten Geflechten wachsen, die den Abfluss blockieren und das Rohr aufsprengen können. Entfernt werden sie mit Hochdruck oder Fräsroboter, dauerhaft verhindert nur eine Abdichtung der Eintrittsstelle.

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Inkrustation / Kalkablagerung

Eine Inkrustation ist eine harte, festsitzende Ablagerung an der Innenwand einer Abwasserleitung, meist aus Kalk, Urinstein, Rost oder verhärtetem Fett. Sie wächst über Jahre, verengt den Rohrquerschnitt und raut die Wand auf, sodass sich weitere Stoffe festsetzen. Weil eine normale Spülung harte Krusten kaum löst, werden sie mechanisch mit Fräse, Kettenschleuder oder Spezialdüsen abgetragen.

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Scherbenbildung

Scherbenbildung bezeichnet einen schweren Rohrschaden, bei dem die Rohrwand durch Längs- und Querrisse in mehrere Bruchstücke, sogenannte Scherben, zerfallen ist. Die Scherben halten oft nur noch durch den umgebenden Boden zusammen. Der Schaden tritt vor allem bei alten Steinzeug-, Zement- und Faserzementrohren auf und gilt als Vorstufe zum Einsturz der Leitung, weshalb rasch gehandelt werden sollte.

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Fräsroboter / Kanalroboter

Ein Fräsroboter ist ein ferngesteuertes Arbeitsgerät mit Kamera und Fräskopf, das in Abwasserleitungen fährt und dort Hindernisse und Ablagerungen präzise abträgt. Er entfernt Wurzeln, Inkrustationen und einragende Anschlüsse, öffnet nach einer Inliner-Sanierung die Seitenzuläufe und bereitet Anschlüsse für das Hutprofil vor – alles von innen, ohne aufzugraben.

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Hutprofil

Ein Hutprofil ist ein harzgetränktes Formteil, mit dem der Anschluss einer Seitenleitung an den Hauptkanal von innen abgedichtet wird. Seine Form erinnert an einen Hut: Die breite Krempe liegt an der Innenwand des Hauptrohrs, der Zylinder ragt ein Stück in die Anschlussleitung. Hutprofile werden meist nach einer Inliner-Sanierung oder bei undichten Einbindungen grabenlos mit einem Roboter eingebaut.

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Berstlining

Berstlining ist ein grabenloses Verfahren zur Erneuerung von Leitungen, bei dem ein Berstkopf durch das alte Rohr gezogen wird, es zerbricht und die Bruchstücke ins umgebende Erdreich drückt. Gleichzeitig wird ein neues Rohr, meist aus Polyethylen, in gleicher oder grösserer Dimension eingezogen. Das Verfahren eignet sich für stark beschädigte oder zu kleine Leitungen, bei denen ein Inliner nicht mehr genügt.

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Kanalkataster / Leitungskataster

Ein Kanalkataster ist das Verzeichnis aller Abwasserleitungen und Schächte eines Gebiets mit Lage, Tiefe, Durchmesser, Material, Gefälle und Zustand. Gemeinden führen ihn meist digital im Geoinformationssystem als Teil des Leitungskatasters. Für private Liegenschaften erfüllen die Entwässerungspläne diese Aufgabe. Der Kataster ist Grundlage für Unterhalt, Planung, Sanierung und jede Grabarbeit.

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Liegenschaftsentwässerung

Die Liegenschaftsentwässerung umfasst alle privaten Leitungen, Schächte und Anlagen, die Schmutz- und Regenwasser eines Grundstücks sammeln und an die öffentliche Kanalisation oder eine Versickerung abgeben. Sie reicht vom Bodenablauf im Keller über Fallstränge und Grundleitungen bis zum Hausanschluss. Planung und Ausführung richten sich in der Schweiz nach der Norm SN 592 000 und dem Abwasserreglement der Gemeinde.

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Genereller Entwässerungsplan (GEP)

Der Generelle Entwässerungsplan (GEP) ist die kommunale Planung, mit der eine Gemeinde festlegt, wie Schmutz- und Regenwasser auf ihrem Gebiet gesammelt, abgeleitet, versickert oder behandelt wird. Er stützt sich auf die Gewässerschutzgesetzgebung des Bundes und ist für Grundeigentümer relevant, weil er unter anderem vorgibt, ob Regenwasser versickert, getrennt abgeleitet oder in die Mischkanalisation eingeleitet werden darf.

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Versickerungsanlage

Eine Versickerungsanlage leitet sauberes oder wenig verschmutztes Regenwasser von Dächern und Plätzen in den Untergrund, statt es in die Kanalisation zu führen. Übliche Bauformen sind Versickerungsmulden, Rigolen und Sickerschächte. Ob und wie versickert werden darf, legen in der Schweiz Kanton und Gemeinde fest, gestützt auf den Gewässerschutz und den Generellen Entwässerungsplan.

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Retention / Retentionsanlage

Retention bedeutet das Zurückhalten und verzögerte Ableiten von Regenwasser. Eine Retentionsanlage – etwa ein Retentionsbecken, ein Stauraumkanal, ein Retentionsdach oder ein Speicherschacht – nimmt bei Starkregen Wasser auf und gibt es über eine Drosselung langsam an Kanalisation, Gewässer oder Versickerung ab. So werden Leitungen und Gewässer vor Überlastung geschützt.

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Reinigungsöffnung / Putzstück

Eine Reinigungsöffnung, im Haustechnik-Alltag auch Putzstück oder Revisionsöffnung genannt, ist ein dicht verschliessbarer Zugang zu einer Abwasserleitung. Über sie lassen sich Rohre spülen, mit der Spirale reinigen oder per Kamera inspizieren, ohne Leitungen aufzutrennen. Reinigungsöffnungen sitzen typischerweise am Fuss von Fallsträngen, bei Richtungswechseln und in Schächten.

Begriff erklärt

Geruchsverschluss / Siphon

Ein Geruchsverschluss, umgangssprachlich Siphon, ist ein gebogenes Rohrstück oder Formteil unter einem Ablauf, in dem ständig etwas Wasser stehen bleibt. Diese Wassersperre verhindert, dass Kanalgase und Gerüche aus der Abwasserleitung in den Raum steigen. Jeder Entwässerungsgegenstand – Lavabo, Dusche, WC, Bodenablauf – braucht einen funktionierenden Geruchsverschluss.

Begriff erklärt

Lüftungsleitung / Strangentlüftung

Eine Lüftungsleitung ist die Verlängerung eines Abwasser-Fallstrangs über das Dach, über die das Entwässerungssystem mit Aussenluft versorgt wird. Sie gleicht Druckschwankungen beim Abfliessen des Abwassers aus, damit Geruchsverschlüsse nicht leer gesaugt werden, und führt Kanalgase gefahrlos über Dach ab. Fehlt sie oder ist sie verstopft, gurgeln Abläufe und es riecht nach Kanal.

Begriff erklärt

Rattensperre

Eine Rattensperre ist eine Rückschlagklappe oder ein Einsatz in der Abwasserleitung, der Ratten den Weg aus der Kanalisation in das Gebäude versperrt, den Abfluss aber nicht behindert. Sie wird meist in die Grund- oder Anschlussleitung, in einen Kontrollschacht oder vor einen Bodenablauf eingebaut. Voraussetzung für die Wirkung ist eine dichte, intakte Leitung ohne Schadstellen.

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Kanalgeruch

Kanalgeruch ist der faulige, oft nach faulen Eiern riechende Geruch, der aus Abwasserleitungen in Gebäude oder ins Freie gelangt. Er entsteht durch Gase wie Schwefelwasserstoff, die bei der Zersetzung von Abwasser gebildet werden. Häufige Ursachen sind ausgetrocknete Siphons, verstopfte Lüftungsleitungen, undichte Leitungen und Muffen sowie Ablagerungen in Leitungen und Schächten.

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Schmutzwasser

Schmutzwasser ist das durch Gebrauch verunreinigte Abwasser aus Haushalt, Gewerbe und Industrie – also aus Küche, Bad, WC, Waschmaschine und Betrieben. Es muss in die Kanalisation und zur Abwasserreinigungsanlage geleitet werden und darf nicht versickert oder direkt in Gewässer eingeleitet werden. Im Gegensatz dazu steht das Meteorwasser, das von Regen und Schnee stammt.

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Fremdwasser

Fremdwasser ist sauberes, nicht verschmutztes Wasser, das ungewollt in die Schmutzwasser- oder Mischwasserkanalisation gelangt – etwa Grundwasser durch undichte Rohre, Drainage-, Quell- oder Brunnenwasser. Es belastet Kanäle und Kläranlagen unnötig, verdünnt das Abwasser und verursacht Kosten. Undichte Leitungen und Fehlanschlüsse werden per Kanal-TV und Nebelprüfung gefunden und saniert.

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Dole / Dolendeckel

Dole ist das in der Schweiz gebräuchliche Wort für einen Abwasserkanal, einen Strassenablauf oder einen Schacht der Kanalisation; der Dolendeckel ist die Abdeckung darauf. Umgangssprachlich meint man mit «Dole» oft den Einlaufschacht am Strassenrand oder im Hof, der Regenwasser aufnimmt. Verstopfte oder riechende Dolen werden gereinigt, abgesaugt und bei Bedarf per Kamera kontrolliert.

Begriff erklärt

Asbestzementrohr (Eternitrohr)

Ein Asbestzementrohr ist ein Rohr aus Zement mit eingebundenen Asbestfasern, in der Schweiz oft «Eternitrohr» genannt. Es wurde bis zum Asbestverbot von 1990 häufig für Abwasser-, Dachwasser- und Wasserleitungen verbaut. Intakt ist es weitgehend unbedenklich; gefährlich wird es beim Bohren, Fräsen, Schneiden oder Brechen. Grabenlose Sanierung mit Inliner vermeidet das Freisetzen von Fasern.

Begriff erklärt

Gefälle (Abwasserleitung)

Das Gefälle einer Abwasserleitung ist die Neigung, mit der sie verlegt ist, damit Abwasser und Feststoffe durch die Schwerkraft abfliessen. Es wird in Prozent oder Promille angegeben; Mindestwerte für Liegenschaften regelt in der Schweiz die SN 592 000. Zu wenig Gefälle, Gegengefälle oder Senken führen zu Ablagerungen und Verstopfungen, die per Kamera mit Neigungsmessung erkannt werden.

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Unterhaltspflicht (private Abwasserleitungen)

Die Unterhaltspflicht für private Abwasserleitungen bedeutet, dass Liegenschaftseigentümer für Bau, Betrieb, Reinigung und Instandhaltung ihrer Abwasseranlagen verantwortlich sind – in der Regel inklusive Hausanschluss bis zur öffentlichen Kanalisation. Grundlage ist das Gewässerschutzgesetz; die genaue Grenze und Kontrollpflichten regelt das kommunale Abwasserreglement. Schäden, die Boden oder Grundwasser gefährden, müssen behoben werden.

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Spüldüse / Kettenschleuder

Eine Spüldüse ist der Düsenkopf am Ende des Hochdruckschlauchs, der bei der Kanalreinigung Wasserstrahlen nach hinten und vorne abgibt, sich so durch die Leitung zieht und Ablagerungen löst. Je nach Aufgabe gibt es Rückstrahl-, Sohlen-, Rotations- und Penetrationsdüsen. Die Kettenschleuder ist ein mechanisches Werkzeug mit rotierenden Ketten, das harte Ablagerungen und Wurzeln von der Rohrwand schlägt.

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Zustandsklassen (VSA)

Zustandsklassen sind die Stufen, mit denen in der Schweiz der bauliche Zustand eines Kanals nach einer Kanal-TV-Inspektion bewertet wird. Die VSA-Richtlinie «Erhaltung von Kanalisationen» unterscheidet die Klassen 0 bis 4: Klasse 0 steht für eingestürzte oder akut gefährdete Leitungen mit sofortigem Handlungsbedarf, Klasse 4 für Leitungen ohne Schäden. Die Klasse bestimmt, wie dringend saniert werden muss.

Begriff erklärt

Leitungsortung

Leitungsortung ist das Bestimmen von Verlauf und Tiefe einer verdeckten Leitung im Boden oder in der Wand, ohne aufzugraben. Bei Abwasserleitungen wird meist eine Sonde am Kamerakopf oder Schiebeaal eingeführt, deren Signal ein Empfänger an der Oberfläche ortet. So lassen sich Schäden, Schächte und Anschlüsse exakt markieren – wichtig vor Grabarbeiten, Sanierungen und Umbauten.

Begriff erklärt

Offene Bauweise

Offene Bauweise bedeutet, dass eine Abwasserleitung durch Aufgraben eines Leitungsgrabens freigelegt und erneuert, repariert oder neu verlegt wird. Sie ist das klassische Gegenstück zur grabenlosen Sanierung mit Inliner. Nötig ist sie vor allem bei eingestürzten Rohren, Senken und Gegengefälle, zu kleinen Querschnitten oder bei Neubauten. Bettung, Verlegung und Prüfung regelt die SN EN 1610.

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Nebelprüfung / Rauchprobe

Eine Nebelprüfung ist ein Verfahren, bei dem ungiftiger künstlicher Nebel mit einem Gebläse in eine Abwasserleitung eingeblasen wird. Er tritt dort aus, wo die Leitung undicht ist, offen endet oder falsch angeschlossen ist – an Rissen, Schächten, Abläufen oder Dachrinnen. So findet man Fehlanschlüsse, Geruchsquellen und Zugänge für Ratten. Sie ist keine normierte Dichtheitsprüfung.

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