Ist das WC verstopft, gilt als Erstes: nicht mehr spülen. Stellen Sie das Eckventil hinter dem Spülkasten zu, schöpfen Sie überschüssiges Wasser ab und setzen Sie einen WC-Pömpel ein. Sitzt der Pfropfen nahe an der Schüssel, löst er sich damit oft schon nach wenigen Versuchen. Hilft das nicht, kommt eine WC-Spirale zum Zug. Steigt Wasser auch in Dusche oder Lavabo, gluckert es in anderen Abläufen oder riecht es nach Kanal, liegt die Verstopfung tiefer, dann braucht es einen Rohrreiniger.
Ein verstopftes WC ist unangenehm, aber selten ein Grund zur Panik. Dieser Ratgeber führt Sie in sieben Schritten von der Sofortmassnahme bis zur Spirale, erklärt, was Sie auf keinen Fall tun sollten, nennt die häufigsten Ursachen und zeigt, ab wann sich die Selbsthilfe nicht mehr lohnt. Am Schluss finden Sie die Preise von Karo Kanaltechnik für eine WC-Entstopfung und die kurze Antwort auf die Frage, wer in der Mietwohnung bezahlt.
WC verstopft: die 7 Schritte im Überblick
Schritt 1: 1. Nicht mehr spülen
Jede weitere Spülung bringt bis zu einem vollen Spülkasten Wasser in eine Schüssel, die nicht abläuft. Genau so laufen WCs über. Drücken Sie die Spültaste erst wieder, wenn das Wasser sichtbar abgeflossen ist.
Schritt 2: 2. Wasserzufuhr abstellen
Hinter oder unter dem Spülkasten sitzt ein kleines Eckventil. Drehen Sie es im Uhrzeigersinn zu. Bei Unterputz-Spülkästen liegt das Absperrventil meist hinter der Betätigungsplatte, die sich nach oben abziehen oder aufklappen lässt.
Schritt 3: 3. Wasserstand senken und Boden schützen
Ist die Schüssel randvoll, schöpfen Sie mit einem Becher Wasser in einen Kübel ab, bis etwa die Hälfte übrig ist. Legen Sie alte Tücher oder Zeitungen um das WC und ziehen Sie Gummihandschuhe an.
Schritt 4: 4. Den WC-Pömpel ansetzen
Der Gummikopf muss die Öffnung unten in der Schüssel vollständig abdecken und unter Wasser stehen. Dann 15 bis 20 Mal kräftig drücken und ruckartig ziehen. Der Wechsel aus Druck und Sog lockert den Pfropfen.
Schritt 5: 5. Warmes Wasser mit Spülmittel
Löst sich die Verstopfung nur teilweise, geben Sie einen Schuss Spülmittel und einige Liter warmes, nicht kochendes Wasser aus etwa Hüfthöhe in die Schüssel. 15 bis 20 Minuten einwirken lassen, danach erneut pömpeln.
Schritt 6: 6. Mit der WC-Spirale nachhelfen
Sitzt der Fremdkörper fest, erreicht eine kurze WC-Spirale mit Schutzhülle den Geruchsverschluss und das Anschlussrohr. Vorsichtig einführen, die Kurbel drehen, nie mit Gewalt stossen.
Schritt 7: 7. Testen und bei Misserfolg den Profi rufen
Läuft das Wasser ab, öffnen Sie das Eckventil wieder und spülen einmal zur Probe. Bleibt das WC zu oder melden sich andere Abläufe, rufen Sie einen Rohrreiniger, bevor das Wasser überläuft.
Den Pömpel richtig einsetzen
Der Pömpel, auch Saugglocke genannt, ist das wichtigste Werkzeug bei einem verstopften WC. Entscheidend ist die Form: Ein flacher Pömpel für Lavabo und Dusche dichtet in der WC-Schüssel kaum ab. Für die Toilette brauchen Sie ein Modell mit verlängertem Gummikragen oder eine konische WC-Saugglocke, die genau in die Abflussöffnung der Keramik passt. Solche Pömpel kosten im Baumarkt nur wenige Franken und gehören in jeden Haushalt.
Setzen Sie den Gummikopf so an, dass er die Öffnung luftdicht verschliesst und vollständig unter Wasser steht. Luft lässt sich zusammendrücken, Wasser nicht: Nur mit Wasser im Kopf wirkt der Druck auf den Pfropfen. Drücken Sie den Stiel kräftig nach unten und ziehen Sie ihn dann ruckartig zurück. Der Sog ist oft wirksamer als der Druck, weil er den Pfropfen aus der Engstelle zieht, statt ihn tiefer hineinzupressen. Wiederholen Sie das 15 bis 20 Mal und machen Sie danach eine kurze Pause, damit Sie sehen, ob der Wasserspiegel sinkt.
Ein Tipp aus der Praxis: Spritzer gehören dazu. Arbeiten Sie deshalb lieber mit etwas weniger Wasser in der Schüssel und legen Sie Tücher aus. Sinkt der Wasserspiegel langsam ab, ist die Verstopfung meist gelöst. Spülen Sie dann einmal mit halber Spülmenge nach, nicht mit der vollen.
Heisses Wasser und Spülmittel: was es kann und wo die Grenzen liegen
Warmes Wasser mit Spülmittel löst weiche Pfropfen aus Toilettenpapier und Fäkalien und macht sie gleitfähiger. Bei Feuchttüchern, Binden oder einem Spielzeug bewirkt es dagegen nichts: Diese Gegenstände lösen sich im Wasser nicht auf und müssen mechanisch herausgeholt werden.
Verwenden Sie kein kochendes Wasser. WC-Schüsseln sind aus Keramik, und ein plötzlicher Temperaturunterschied kann feine Haarrisse oder sogar einen Sprung verursachen. Auch die Dichtung zwischen WC und Anschlussrohr sowie Kunststoffleitungen vertragen keine kochend heissen Güsse. Warm aus dem Hahn, etwa so heiss, wie Sie es gerade noch anfassen mögen, genügt. Hausmittel wie Natron und Essig bringen im WC wenig, weil sie in der vollen Schüssel stark verdünnt werden und gegen Feuchttücher oder Fremdkörper ohnehin nichts ausrichten. Mehr zu Hausmitteln bei anderen Abläufen lesen Sie im Ratgeber Verstopfter Abfluss: was tun?.
Was Sie bei einem verstopften WC nicht tun sollten
- Nicht mehrmals nachspülen, in der Hoffnung, dass der Wasserdruck den Pfropfen durchschiebt. Das ist der häufigste Grund für übergelaufene Toiletten.
- Keinen chemischen Abflussreiniger in die Schüssel giessen. Die Lauge löst Feuchttücher und Hygieneartikel nicht auf, steht danach ätzend in der Schüssel und gefährdet jeden, der anschliessend pömpelt oder die Leitung öffnet.
- Keinen Kleiderbügel oder Draht verwenden. Er zerkratzt die Glasur der Keramik, kann sich im Geruchsverschluss verhaken und schiebt Fremdkörper oft nur tiefer.
- Kein kochendes Wasser verwenden, siehe oben.
- Das WC nicht selbst abmontieren, wenn Sie nicht wissen, wie die Anschlüsse abgedichtet werden. Eine undichte Stelle am Anschluss bemerkt man oft erst, wenn die Decke darunter feucht wird.
Die WC-Spirale: wann sie hilft
Bringt der Pömpel nichts, sitzt der Fremdkörper meist im Geruchsverschluss der Keramik oder im kurzen Anschlussrohr dahinter. Dorthin kommen Sie mit einer WC-Spirale, einer kurzen, biegsamen Welle mit Kurbel, deren Ende in einem Schutzrohr oder einer Gummihülle steckt, damit die Glasur keine Kratzer bekommt. Führen Sie die Spirale langsam in die Abflussöffnung ein, drehen Sie die Kurbel und spüren Sie nach, wo sie auf Widerstand stösst. Weiche Pfropfen werden so zerteilt, Fremdkörper wie ein Feuchttuch-Knäuel bleiben oft an der Spitze hängen und lassen sich herausziehen.
Grenzen hat die Spirale dort, wo die Leitung länger wird. Eine handelsübliche WC-Spirale reicht meist nur ein bis zwei Meter weit. Liegt die Verstopfung im Fallstrang oder in der Grundleitung, kommen Sie damit nicht hin. Wie die Rohrreinigungsspirale aufgebaut ist und wo Profis grössere Maschinen einsetzen, erklärt der Beitrag Rohrreinigungsspirale: Anwendung und Grenzen.
Häufige Ursachen für ein verstopftes WC
Eine häufige Ursache sind Feuchttücher. Auch wenn auf der Packung «spülbar» steht, zerfallen viele Feuchttücher im Wasser nicht annähernd so schnell wie Toilettenpapier. Sie verfangen sich an Rohrverbindungen, sammeln weiteres Material und bilden einen zähen Zopf. Ins WC gehören deshalb nur Fäkalien, Urin und Toilettenpapier, alles andere in den Abfalleimer.
Ähnlich problematisch sind Hygieneartikel wie Binden, Tampons, Wattestäbchen und Kondome. Sie quellen auf oder zerfallen im Wasser nicht. Dazu kommen Fremdkörper, die versehentlich hineinfallen: Spielzeug, Zahnbürsten, Deckel, WC-Steine samt Halter. Auch Küchenabfälle und Speisereste haben im WC nichts verloren, Fett erstarrt in der kalten Leitung.
Eine schleichende Ursache ist Urinstein. Er setzt sich als harte, gelblich-braune Kruste im Geruchsverschluss und im Abflussrohr ab, verengt den Querschnitt über Jahre und sorgt dafür, dass sich Papier leichter festsetzt. Ein WC, das immer häufiger langsam abläuft, hat oft genau dieses Problem. Regelmässiges Entkalken mit einem Säurereiniger beugt vor, eine bereits starke Ablagerung entfernt der Fachbetrieb mechanisch.
Und schliesslich liegt die Ursache manchmal gar nicht beim WC selbst, sondern im Fallstrang, also in der senkrechten Abwasserleitung, an die im Mehrfamilienhaus alle Wohnungen übereinander angeschlossen sind, oder in der Grundleitung unter dem Keller. Dann ist nicht ein einzelnes WC verstopft, sondern die Leitung, in die mehrere Abläufe entwässern.
Wann Sie den Profi rufen sollten
Selbsthilfe lohnt sich, solange nur das WC betroffen ist und der Pfropfen nahe an der Schüssel sitzt. Bei diesen Anzeichen liegt das Problem tiefer und gehört in Fachhände:
- Mehrere Abläufe sind betroffen: Beim Spülen steigt Wasser in der Dusche oder Badewanne hoch, oder das Lavabo läuft gleichzeitig langsam ab.
- Rückstau: Wasser drückt aus dem Bodenablauf im Keller oder aus einem tiefer liegenden WC nach oben.
- Es gluckert in anderen Abläufen, wenn Sie spülen oder die Waschmaschine abpumpt.
- Anhaltender Kanalgeruch aus WC oder Abläufen, obwohl alles gereinigt ist.
- Pömpel und WC-Spirale haben nach mehreren Versuchen nichts gebracht.
- Die Verstopfung kommt immer wieder, obwohl nichts Falsches hineingespült wurde. Dann steckt oft eine Ablagerung, ein Wurzeleinwuchs oder ein Rohrschaden dahinter.
- Das WC ist übergelaufen und Wasser ist in Boden oder Decke eingedrungen.
Ein Rohrreiniger öffnet die Leitung je nach Lage mit einer motorbetriebenen Spirale über eine Reinigungsöffnung oder mit einer chemiefreien Hochdruckspülung bis 200 bar und spült sie danach durch. Bei wiederkehrenden Verstopfungen lohnt sich anschliessend eine Kamerabefahrung, die zeigt, ob ein Schaden im Rohr liegt. Wie ein solcher Einsatz abläuft, beschreibt unsere Seite zur Rohrreinigung. Läuft das WC über oder staut Wasser zurück, erreichen Sie unseren Notfalldienst an 365 Tagen rund um die Uhr. In der Regel ist das Team innert 1 bis 2 Stunden vor Ort, je nach Distanz und Verkehrslage.
Was kostet es, ein WC entstopfen zu lassen?
Karo Kanaltechnik verrechnet nach Aufwand: CHF 160 pro Arbeitsstunde und eine Anfahrtspauschale von CHF 60, beides exklusive MwSt. Ein verstopftes WC ist in der Regel in rund einer halben Stunde wieder frei. Das ergibt ca. CHF 80 für die Arbeit plus Anfahrt. Die folgenden Werte sind Richtpreise. Der genaue Betrag hängt davon ab, wo die Verstopfung sitzt und wie gut die Leitung zugänglich ist.
| Leistung | Richtpreis (exkl. MwSt.) |
|---|---|
| WC entstopfen (ca. 0,5 Std.) | ca. CHF 80 plus Anfahrt |
| Anfahrtspauschale | CHF 60 |
| Arbeitsstunde | CHF 160 |
| 1 Stunde inkl. Anfahrt | CHF 220 (CHF 237.82 inkl. 8,1 % MwSt.) |
| Zuschlag Kamerabefahrung | ab CHF 50 |
| Typischer Einsatz im Einfamilienhaus | ca. CHF 150 bis 400 |
Ein einfacher Einsatz am WC mit einer halben Stunde Arbeit kostet damit rund CHF 140 exklusive MwSt. Teurer wird es, wenn die Verstopfung im Fallstrang oder in der Grundleitung sitzt, wenn erst eine Reinigungsöffnung freigelegt werden muss oder wenn Sie zur Ursachenklärung eine Kamerabefahrung wünschen. Einen Überblick über die Preise anderer Abläufe und Leitungen finden Sie im Beitrag Kosten für Rohrreinigung und Kanalreinigung in der Schweiz.
WC verstopft in der Mietwohnung: wer zahlt?
Die kurze Antwort: Es kommt auf die Ursache an. Grundsätzlich muss die Vermieterschaft die Wohnung in tauglichem Zustand erhalten (Art. 256 OR). Kleine Reinigungen, die zum gewöhnlichen Unterhalt gehören, erledigen Mieterinnen und Mieter selbst (Art. 259 OR), etwa ein WC mit dem Pömpel wieder freimachen. Braucht es eine Fachfirma, trägt in der Regel die Vermieterschaft die Kosten, besonders wenn die Verstopfung im Fallstrang, in der Grundleitung oder in einem Rohrschaden liegt. Anders ist es, wenn jemand im eigenen Haushalt die Verstopfung nachweislich verursacht hat, etwa mit Feuchttüchern, Hygieneartikeln oder einem hineingefallenen Gegenstand: Dann kann die Rechnung bei der Mietpartei landen. Eine Verstopfung, die mehrere Wohnungen betrifft, melden Sie im Mehrfamilienhaus sofort der Verwaltung. Ausführlich erklärt das der Ratgeber Verstopfter Abfluss: wer zahlt, Mieter oder Vermieter?
So beugen Sie einem verstopften WC vor
Die meisten WC-Verstopfungen lassen sich mit einfachen Gewohnheiten vermeiden. Stellen Sie neben jedes WC einen Abfalleimer mit Deckel, damit Feuchttücher und Hygieneartikel gar nicht erst in der Schüssel landen. Spülen Sie bei grossen Mengen Papier lieber zwei Mal mit halber Spülmenge statt einmal mit viel Papier. Entkalken Sie das WC regelmässig, damit sich kein Urinstein aufbaut, und achten Sie auf frühe Warnzeichen: Läuft das Wasser nach dem Spülen langsamer ab als gewohnt oder steigt es höher in der Schüssel, lohnt sich ein Blick, bevor es ganz zu ist. In Mehrfamilienhäusern und Liegenschaften mit älteren Leitungen ist eine regelmässige Reinigung der Fallstränge und der Grundleitung die beste Versicherung gegen Rückstau.
Fazit: erst pömpeln, dann die Spirale, dann der Profi
Ein verstopftes WC lässt sich in vielen Fällen mit dem richtigen Pömpel und etwas Geduld selbst lösen. Wichtig sind die ersten Minuten: nicht mehr spülen, Wasser abstellen, keine Chemie. Hilft weder Pömpel noch WC-Spirale, oder sind mehrere Abläufe betroffen, sitzt die Verstopfung tiefer. Dann ist der Anruf beim Rohrreiniger günstiger als ein übergelaufenes Bad. Karo Kanaltechnik entstopft WCs chemiefrei und prüft die Leitung auf Wunsch mit einer Kamerabefahrung, damit bei wiederkehrenden Verstopfungen die Ursache bekannt ist.


