GlossarFachbegriff Kanaltechnik

Pömpel

Auch: Saugglocke, Pümpel, Gummisauger, Plunger, Abflusssauger

Der Pömpel – auch Saugglocke, Pümpel oder Gummisauger genannt – ist das bekannteste Werkzeug gegen einen verstopften Abfluss. Richtig eingesetzt löst er viele Verstopfungen in Lavabo, Dusche und WC in wenigen Minuten und ganz ohne Chemie. Falsch eingesetzt drückt er den Pfropfen tiefer in die Leitung oder spritzt Schmutzwasser durchs Bad. Hier steht, wie er wirkt, wie man ihn richtig ansetzt und wann er an seine Grenzen kommt.

Verstopftes Spülbecken mit Überlauföffnung – vor dem Einsatz des Pömpels muss der Überlauf abgedichtet werden

Kurz erklärt

Ein Pömpel (Saugglocke) ist ein Gummisauger mit Stiel, der eine Verstopfung im Abfluss durch wechselnden Unter- und Überdruck löst. Er wirkt nur, wenn Wasser über dem Ablauf steht und Überlauf oder zweite Öffnungen dicht verschlossen sind. Sitzt der Pfropfen tief in der Leitung oder im Fallstrang, braucht es Spirale oder Fachbetrieb.

Was ist ein Pömpel?

Ein Pömpel ist ein einfaches Handwerkzeug zum Freimachen verstopfter Abflüsse. Er besteht aus einer elastischen Glocke aus Gummi oder weichem Kunststoff und einem Stiel aus Holz oder Kunststoff. Die Glocke wird über die Ablauföffnung gesetzt, der Stiel dient als Griff, mit dem man pumpt. Ausser Wasser im Becken braucht es dafür weder Strom noch Chemie.

Im deutschen Sprachraum sind mehrere Namen gebräuchlich: Saugglocke, Pümpel, Pömpel, Gummisauger oder – aus dem Englischen – Plunger. Gemeint ist immer dasselbe Prinzip. Bei einer frischen, oberflächennahen Verstopfung reicht er oft schon aus. Er ist der erste Schritt der Selbsthilfe – nicht der letzte.

Wie funktioniert die Saugglocke? Unter- und Überdruck

Der Pömpel arbeitet mit Druckwechseln. Drückt man die Glocke nach unten, presst sie das Wasser in der Glocke in den Ablauf und erzeugt in der Leitung einen Überdruck. Zieht man den Stiel wieder hoch, entsteht unter der Glocke ein Unterdruck, der am Pfropfen zieht. Das Wasser zwischen Glocke und Verstopfung wirkt dabei wie ein Kolben: Es lässt sich kaum zusammendrücken und überträgt die Kraft direkt auf den Pfropfen.

Durch das wiederholte Drücken und Ziehen wird die Verstopfung hin und her bewegt, gelockert und schliesslich in Stücke zerlegt, die abfliessen oder nach oben gesaugt werden. Darum genügt ein einzelner kräftiger Stoss selten. Wirksam ist ein gleichmässiger Rhythmus mit mehreren Hüben, gefolgt von einem ruckartigen Abziehen der Glocke.

Damit der Druck dort ankommt, wo er soll, muss das System dicht sein. Jede zweite Öffnung – der Überlauf am Lavabo, das zweite Becken einer Doppelspüle, der Überlauf der Badewanne – ist ein Ventil, durch das der Druck entweicht. Ist sie offen, pumpt man Luft und Wasser durch den Überlauf statt gegen die Verstopfung.

Welche Arten von Pömpeln gibt es?

Der klassische flache Pömpel hat eine halbkugelförmige Glocke mit glattem Rand. Er dichtet auf ebenen Flächen gut ab und eignet sich darum für Lavabo, Spülbecken, Dusche und Badewanne. Für das WC ist er wenig geeignet, weil er die gewölbte Öffnung der Schüssel nicht dicht umschliesst.

Der WC-Pömpel hat unten einen zusätzlichen Kragen, eine Art Gummimanschette, die in die Ablauföffnung der WC-Schüssel greift. So sitzt er dicht und überträgt den Druck in den Geruchsverschluss der Schüssel. Viele Modelle lassen sich umstülpen: Kragen ausgeklappt fürs WC, eingeklappt für flache Abläufe.

Der Faltenbalg-Pömpel hat statt einer einfachen Glocke einen Balg mit mehreren Falten. Er verdrängt pro Hub mehr Wasser und erzeugt dadurch einen stärkeren Druck. Daneben gibt es Pumpen-Rohrreiniger mit Kolben, die Wasser gezielt in den Ablauf pressen oder ansaugen. Sie arbeiten nach demselben Prinzip, verlangen aber besonders viel Sorgfalt, weil der höhere Druck auch auf Siphonverbindungen und Dichtungen wirkt.

Pömpel richtig anwenden: Schritt für Schritt

Zuerst den Ablauf freilegen: Siebeinsatz, Stöpsel oder Duschabdeckung entfernen und sichtbare Haare oder Reste von Hand mit Handschuhen herausziehen. Oft sitzt der Pfropfen direkt unter dem Sieb und ist damit schon gelöst.

Danach so viel Wasser einlassen, dass die Glocke ganz untergetaucht ist – wenige Zentimeter genügen. Ohne Wasser pumpt der Pömpel nur Luft, die sich zusammendrücken lässt und kaum Kraft überträgt. Den Rand der Glocke kann man leicht anfeuchten oder mit etwas Vaseline bestreichen, damit er besser dichtet.

Nun alle zweiten Öffnungen verschliessen, zum Beispiel den Überlauf mit einem nassen Lappen fest zudrücken. Die Glocke senkrecht und luftfrei über den Ablauf setzen, dann den Stiel 15- bis 20-mal kräftig und gleichmässig nach unten drücken und wieder anheben, ohne dass die Glocke den Kontakt verliert. Zum Schluss die Glocke ruckartig abziehen.

Fliesst das Wasser ab, mit reichlich warmem Wasser nachspülen, um gelöste Reste aus dem Siphon zu befördern. Bleibt es stehen, den Vorgang zwei- bis dreimal wiederholen. Bringt auch das nichts, sitzt die Verstopfung zu tief oder ist zu fest – dann lohnt weiteres Pumpen nicht.

Am Lavabo, in Dusche und Badewanne

Beim Lavabo ist der Überlauf die häufigste Fehlerquelle. Die kleine Öffnung unter dem Beckenrand ist mit dem Ablauf verbunden; bleibt sie offen, entweicht der Druck sofort. Am wirksamsten ist es, wenn eine Person den Überlauf mit einem nassen Lappen oder der flachen Hand abdichtet, während die zweite pumpt. Bei einer Doppelspüle in der Küche muss das zweite Becken mit einem Stöpsel oder einem zweiten Pömpel verschlossen werden.

In der Dusche liegt die Verstopfung meist im oder knapp unter dem Ablauf, typischerweise ein Knäuel aus Haaren und Seifenresten. Hier hilft es, zuerst die Abdeckung zu entfernen und den Siebeinsatz zu reinigen. Bei Duschrinnen passt die runde Glocke oft nicht auf die längliche Öffnung; dann direkt am freigelegten Ablaufstutzen ansetzen.

Bei der Badewanne ist der Überlauf am Wannenkopf mit dem Ablauf verbunden. Er muss abgedichtet werden, sonst pumpt man ins Leere. Beim Lavabo lohnt dagegen oft ein Blick in den Siphon: Mit einem Kübel darunter lässt er sich abschrauben, und sitzt der Pfropfen dort, ist er von Hand schneller entfernt als mit dem Pömpel.

Am WC: Kragen-Pömpel und Wasserstand

Für das WC gehört ein Pömpel mit Kragen oder ein Faltenbalg-Pömpel her. Der Kragen wird in die Ablauföffnung der Schüssel gesetzt, damit die Glocke dicht sitzt. Das Wasser sollte die Glocke bedecken; steht zu wenig Wasser in der Schüssel, etwas nachgiessen, steht es bis zum Rand, vorher mit einem Becher etwas abschöpfen.

Wichtig: Solange das WC verstopft ist, nicht nochmals spülen. Jede Spülung füllt die Schüssel weiter, und das Wasser läuft über. Gepumpt wird langsam beginnend, damit kein Schmutzwasser herausspritzt, danach kräftiger. Sinkt der Wasserstand und gurgelt es, löst sich der Pfropfen. Erst dann einmal spülen und beobachten, ob das Wasser normal abläuft.

Häufige Ursachen im WC sind zu viel Papier auf einmal, Feuchttücher, Hygieneartikel, Wattestäbchen oder Katzenstreu. Papier löst sich mit dem Pömpel meist gut. Feuchttücher und Hygieneartikel zerfallen dagegen nicht und lassen sich mit Druck oft nur ein Stück weiterschieben, wo sie später erneut hängen bleiben.

Wann hilft der Pömpel nicht?

Der Pömpel wirkt nur auf kurze Distanz: im Siphon, im Geruchsverschluss der WC-Schüssel und im ersten Stück der Anschlussleitung. Sitzt die Verstopfung tiefer in der Leitung, verpufft der Druck auf dem Weg dorthin. Ein deutliches Zeichen dafür ist, wenn mehrere Abläufe gleichzeitig betroffen sind, etwa Dusche und WC, oder wenn beim Spülen des WCs Wasser im Duschablauf hochsteigt. Dann liegt das Problem im Fallstrang oder in der Grundleitung, nicht am einzelnen Ablauf.

Auch Fett im Fallstrang der Küche lässt sich mit dem Pömpel nicht beseitigen. Speisefett erstarrt beim Abkühlen an der Rohrwand und verengt den Querschnitt über Jahre. Der Pömpel kann einen frischen Pfropfen lösen, die Fettschicht dahinter bleibt aber, und die nächste Verstopfung folgt bald.

Feste Fremdkörper wie Spielzeug, Zahnbürsten, Deckel oder Hygieneartikel sollte man nicht mit Druck bearbeiten. Der Pömpel schiebt sie oft nur tiefer, wo sie sich in einem Bogen verkeilen und dann schwerer zu bergen sind. Sichtbare Gegenstände lieber mit Handschuhen oder einer Greifzange herausholen. Ebenfalls nicht hilfreich ist der Pömpel bei Wurzeleinwuchs, eingedrückten oder versetzten Rohren und bei Rückstau aus dem Kanal.

Vorsicht bei alten Leitungen und nach Rohrreiniger

Der Druck eines Pömpels ist für intakte Leitungen unbedenklich. In älteren Liegenschaften können aber spröde Dichtungen, korrodierte Gussrohre oder locker sitzende Siphonverbindungen nachgeben. Wer kräftig pumpt, kann dann eine Undichtheit unter dem Lavabo oder in der Wand auslösen. Nach dem Pömpeln lohnt deshalb ein Blick auf Siphon und Anschlüsse: Tropft es, die Verschraubung nachziehen oder die Dichtung ersetzen lassen.

Besonders gefährlich ist die Kombination mit chemischem Rohrreiniger. Wurde bereits ein ätzendes Mittel in den Ablauf gegeben, darf man nicht mehr pömpeln. Das Wasser im Becken enthält dann Lauge oder Säure, die beim Pumpen herausspritzen und Haut und Augen verletzen kann. In diesem Fall die Fachleute darauf hinweisen, welches Mittel verwendet wurde, damit sie sich entsprechend schützen.

Kochendes Wasser ist ebenfalls keine gute Ergänzung. Es kann Kunststoffleitungen verformen und die Keramik einer WC-Schüssel durch den Temperaturschock reissen lassen. Warmes Wasser aus dem Hahn genügt zum Nachspülen.

Die nächste Stufe: Spirale oder Fachbetrieb

Hilft der Pömpel nach mehreren Versuchen nicht, ist die Rohrreinigungsspirale das nächste Werkzeug. Sie wird durch den Ablauf oder nach dem Abschrauben des Siphons in die Leitung geschoben und bricht den Pfropfen mechanisch auf oder holt ihn heraus. Damit reicht sie weiter als jeder Pömpel, verlangt aber Gefühl, damit Bögen und ältere Rohre nicht beschädigt werden.

Spätestens wenn mehrere Abläufe betroffen sind, Wasser im Keller hochsteigt oder die Verstopfung immer wiederkehrt, gehört die Leitung in die Hände von Fachleuten. Karo Kanaltechnik löst Verstopfungen mit der Spirale und spült Fall- und Grundleitungen chemiefrei mit Hochdruck bis 200 bar. Bleibt die Ursache unklar, zeigt eine Kanal-TV-Inspektion, ob Fett, Wurzeln oder ein Rohrschaden dahinterstecken.

Verrechnet wird nach Aufwand: CHF 160 pro Stunde zuzüglich CHF 60 Anfahrt, jeweils exklusive MwSt. Ein Einsatz von einer Stunde kostet damit CHF 220 exklusive beziehungsweise CHF 237.82 inklusive 8,1 % MwSt. Wer vorher schon gepömpelt hat, sagt das am besten am Telefon – das hilft, die Ursache schneller einzugrenzen.

Beispiel aus der Praxis

In einer Mietwohnung in Winterthur läuft das Lavabo im Bad nur noch tröpfchenweise ab. Der erste Versuch mit dem Pömpel bringt nichts, weil der Überlauf offen bleibt und das Wasser dort hinausblubbert. Beim zweiten Versuch drückt eine zweite Person einen nassen Lappen auf den Überlauf, im Becken stehen einige Zentimeter Wasser, und nach rund 20 gleichmässigen Hüben und einem kräftigen Abziehen gurgelt es: Ein Knäuel aus Haaren und Seifenresten löst sich, das Wasser fliesst ab. Hätten gleichzeitig Dusche und WC gestaut, wäre der Pömpel das falsche Werkzeug gewesen – dann sitzt die Verstopfung im Fallstrang, und es braucht eine Spirale oder eine Hochdruckspülung durch Fachleute.

Passende Leistungen von Karo Kanaltechnik

Häufige Fragen zu Pömpel

Ist ein Pömpel dasselbe wie eine Saugglocke?+

Ja. Pömpel, Pümpel, Saugglocke, Gummisauger und Plunger bezeichnen dasselbe Werkzeug: eine Gummiglocke mit Stiel, die eine Verstopfung durch wechselnden Unter- und Überdruck löst. Unterschiede gibt es nur in der Bauform, etwa flach fürs Lavabo, mit Kragen fürs WC oder als Faltenbalg.

Warum muss ich beim Pömpeln den Überlauf zuhalten?+

Der Überlauf ist mit dem Ablauf verbunden. Bleibt er offen, entweicht der Druck dort, und der Pömpel pumpt Luft und Wasser durch den Überlauf statt gegen die Verstopfung. Ein nasser Lappen, fest auf die Öffnung gedrückt, dichtet am einfachsten ab. Dasselbe gilt für das zweite Becken einer Doppelspüle.

Welcher Pömpel eignet sich für das WC?+

Ein Pömpel mit Kragen oder ein Faltenbalg-Pömpel. Der Kragen greift in die Ablauföffnung der Schüssel und sorgt dafür, dass die Glocke dicht sitzt. Ein flacher Pömpel rutscht auf der gewölbten Keramik ab und verliert den Druck.

Wie oft soll ich pumpen?+

Etwa 15- bis 20-mal gleichmässig drücken und anheben, ohne dass die Glocke abhebt, dann ruckartig abziehen. Das zwei- bis dreimal wiederholen. Löst sich die Verstopfung danach nicht, sitzt sie zu tief oder zu fest, und weiteres Pumpen bringt nichts.

Darf ich nach einem chemischen Rohrreiniger noch pömpeln?+

Nein. Steht nach dem Einsatz eines Rohrreinigers noch Wasser im Becken, enthält es ätzende Lauge oder Säure, die beim Pumpen herausspritzen kann. Dann besser die Fachleute rufen und ihnen sagen, welches Mittel verwendet wurde.

Kann ein Pömpel Rohre beschädigen?+

Intakte Leitungen halten den Druck problemlos aus. Bei alten Leitungen mit spröden Dichtungen oder locker sitzenden Siphonverbindungen kann kräftiges Pumpen aber eine Undichtheit auslösen. Nach dem Pömpeln darum Siphon und Anschlüsse kurz auf Tropfen kontrollieren.

Was tun, wenn der Pömpel nicht hilft?+

Als Nächstes eine Rohrreinigungsspirale versuchen oder den Siphon abschrauben und reinigen. Sind mehrere Abläufe betroffen, steigt Wasser im Keller hoch oder kehrt die Verstopfung immer wieder, liegt das Problem tiefer in der Leitung. Dann ist eine Rohrreinigung durch Fachleute nötig.

Was kostet es, wenn Karo Kanaltechnik kommt?+

Karo verrechnet nach Aufwand CHF 160 pro Stunde plus CHF 60 Anfahrt, jeweils exklusive MwSt. Ein Einsatz von einer Stunde kostet damit CHF 220 exklusive beziehungsweise CHF 237.82 inklusive 8,1 % MwSt.

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Wir sind in der ganzen Deutschschweiz für Sie da – schnell, sauber, mit 24/7-Notfalldienst.