GlossarFachbegriff Kanaltechnik

Inliner / Schlauchliner

Ein Inliner, auch Schlauchliner genannt, ist ein harzgetränkter Gewebeschlauch, der zur grabenlosen Rohrsanierung in einen defekten Kanal eingezogen und ausgehärtet wird. Dabei entsteht im alten Rohr ein neues, dichtes und selbsttragendes Rohr.

Wie funktioniert das Inliner-Verfahren?

Der mit Kunstharz getränkte Schlauch wird in die gereinigte Leitung eingezogen oder mit Druckluft eingestülpt. Anschliessend wird er gegen die Rohrwand gepresst, sodass er die alte Rohrform exakt annimmt und auch Muffen und Risse überbrückt.

Die Aushärtung erfolgt je nach System mit Warmwasser, Dampf oder UV-Licht. Nach dem Aushärten ist der Liner formstabil und bildet ein neues Rohr im Rohr. Zum Schluss werden allfällige Abzweige mit einem Fräsroboter wieder geöffnet.

Wann kommt ein Schlauchliner zum Einsatz?

Der Inliner eignet sich für zusammenhängend geschädigte Rohrabschnitte mit Rissen, undichten Muffen, Korrosion oder leichtem Wurzeleinwuchs. Voraussetzung ist, dass das alte Rohr in seiner Lage und Grundform noch vorhanden ist.

Ist nur eine einzelne Stelle betroffen, genügt oft ein Pointliner. Ist das Rohr hingegen eingestürzt oder stark verformt, muss offen gebaut werden. Die Kanal-TV-Inspektion liefert die Grundlage für die richtige Wahl.

Vorteile des Inliner-Verfahrens

Der grösste Vorteil ist der Verzicht auf grossflächiges Aufgraben. Gärten, Strassen und Beläge bleiben unberührt, die Bauzeit verkürzt sich auf wenige Stunden bis Tage, und die Umwelt- sowie Lärmbelastung sinkt deutlich.

Der ausgehärtete Liner ist glatt, dicht und strömungsgünstig. Das verbessert sogar den Abfluss gegenüber dem alten, verkrusteten Rohr und schützt langfristig vor neuen Ablagerungen.

Lebensdauer und Materialien

Als Träger dienen Nadelfilz-, Glasfaser- oder Kombigewebe, die mit Epoxid-, Polyester- oder Vinylesterharz getränkt werden. Die Materialwahl richtet sich nach Rohrdurchmesser, Belastung und Abwasserart.

Ein fachgerecht eingebauter Schlauchliner erreicht eine Nutzungsdauer von rund 50 Jahren. Damit ist er eine wirtschaftlich attraktive Alternative zum kompletten Rohraustausch.

Beispiel aus der Praxis

In einer Gemeinde bei Zürich ist eine 25 Meter lange Grundleitung unter der Zufahrt an mehreren Muffen undicht. Statt die Zufahrt aufzureissen, wird ein Glasfaser-Inliner eingezogen und mit UV-Licht ausgehärtet. Nach einem Arbeitstag ist die gesamte Leitung saniert, ohne einen einzigen Bagger.

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Häufige Fragen zu Inliner / Schlauchliner

Was ist der Unterschied zwischen Inliner und Pointliner?+

Der Inliner saniert einen ganzen Rohrabschnitt, während der Pointliner nur eine einzelne, punktuelle Schadstelle abdeckt. Beide Verfahren arbeiten grabenlos von innen.

Wie lange hält ein Schlauchliner?+

Ein fachgerecht eingebauter Inliner erreicht eine Nutzungsdauer von rund 50 Jahren und ist beständig gegen Abwasser, Wurzeln und Chemikalien.

Verkleinert der Liner den Rohrquerschnitt?+

Der Querschnitt verringert sich minimal, doch die glatte Oberfläche des Liners verbessert die Strömung, sodass die Abflussleistung in der Regel gleich bleibt oder sogar steigt.

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