GlossarFachbegriff Kanaltechnik

Leckage

Auch: Leck, Undichtigkeit, undichte Stelle, Leckstelle

Eine Leckage ist eine undichte Stelle in einer Leitung, einem Schacht oder einem Behälter, durch die Wasser oder Abwasser ungewollt austritt oder eindringt. Sie bleibt oft lange unsichtbar und richtet gerade deshalb Schäden an Bausubstanz, Boden und Grundwasser an.

Leckage nachweisen: Manometer und Prüfgeräte für die Druck- und Dichtheitsprüfung einer Leitung

Kurz erklärt

Eine Leckage ist eine undichte Stelle in einer Leitung, durch die Wasser ungewollt austritt oder eindringt. In Abwasserleitungen versickert Abwasser ins Erdreich oder Grundwasser dringt ein, in Trinkwasserleitungen geht Druckwasser verloren. Anzeichen sind feuchte Wände, Geruch, Absenkungen und ein steigender Wasserverbrauch. Gefunden wird sie mit Leckortung, Dichtheitsprüfung und Kanal-TV.

Was ist eine Leckage?

Der Begriff Leckage bezeichnet jede Undichtigkeit in einem System, das eigentlich dicht sein müsste. Im Gebäude und im Kanalnetz geht es fast immer um Leitungen: Trinkwasser-, Heizungs- und Abwasserleitungen, dazu Schächte, Abscheider und Gruben. Die Leckage ist dabei der Zustand oder Schaden selbst, also das Loch, der Riss oder die offene Verbindung. Das Verfahren, mit dem man diese Stelle sucht, heisst Leckortung.

Leckagen entstehen selten auf einen Schlag. Meist beginnt es mit einer kleinen Schwachstelle, etwa einer gealterten Muffendichtung, einem Haarriss oder einer Korrosionsstelle, und die Undichtigkeit wächst über Monate oder Jahre. Weil die meisten Leitungen in Wänden, unter Böden oder im Erdreich liegen, sieht man die Leckage selbst fast nie, sondern nur ihre Folgen.

Typische Ursachen sind Alterung des Rohrmaterials, verschobene Rohrverbindungen (Muffenversatz), eingewachsene Wurzeln, Setzungen des Bodens, Belastung durch Verkehr, Frost, chemischer Angriff durch aggressives Abwasser und Fehler beim Einbau. Bei älteren Liegenschaften kommen spröde Materialien wie Steinzeug ohne elastische Dichtungen oder Asbestzement hinzu, die mit den Jahren Risse und Scherben bilden.

Leckage in Abwasser- und Trinkwasserleitungen: der Unterschied

Trinkwasser- und Heizungsleitungen stehen unter Druck. Ist eine solche Leitung undicht, tritt laufend Wasser aus, auch wenn niemand einen Hahn öffnet. Das zeigt sich meist rasch: Der Wasserzähler dreht weiter, der Druck in der Heizung fällt ab, an Wand oder Decke erscheinen nasse Flecken. Eine Leckage an einer Druckleitung ist deshalb oft ein akuter Wasserschaden.

Abwasserleitungen funktionieren dagegen meist im Freispiegel: Das Wasser fliesst mit Gefälle und ohne Druck ab. Eine Leckage hier ist leiser und bleibt viel länger unbemerkt. Abwasser sickert bei jeder Benutzung ein wenig ins Erdreich, oder Grundwasser drückt bei hohem Pegel von aussen in das Rohr. Weil kein Druck abfällt und kein Zähler ausschlägt, fällt der Schaden oft erst bei einer Kamerabefahrung, einer Dichtheitsprüfung oder durch Folgeschäden auf.

Für die Ortung ist dieser Unterschied entscheidend. Bei Druckleitungen helfen akustische Verfahren, Korrelationsmessung und Prüfgas, weil austretendes Wasser Geräusche erzeugt und Gas sich verfolgen lässt. Bei Abwasserleitungen zeigt die Kanal-TV-Inspektion den Schaden von innen, und die Dichtheitsprüfung beweist, ob eine Haltung dicht ist oder nicht.

Exfiltration und Infiltration: Wasser raus, Wasser rein

Bei undichten Abwasserleitungen unterscheidet man zwei Richtungen. Exfiltration heisst, dass Abwasser aus der Leitung austritt und in den Boden versickert. Das belastet Boden und Grundwasser mit Schmutzstoffen, Nährstoffen und Keimen. Nach dem Gewässerschutzgesetz müssen die Inhaber von Abwasseranlagen diese darum sachgemäss betreiben, warten und unterhalten, und dazu gehört, dass die Leitungen dicht sind.

Infiltration ist der umgekehrte Weg: Liegt die Leitung im Grundwasser oder in nassem Boden, dringt sauberes Wasser durch die Leckage in das Rohr ein. Dieses ungewollte Wasser heisst Fremdwasser. Es füllt die Kanalisation, verdünnt das Abwasser und muss in der Abwasserreinigungsanlage unnötig mitbehandelt werden. Für die Gemeinde bedeutet das höhere Betriebskosten, für den Eigentümer unter Umständen eine Aufforderung zur Sanierung.

Oft treten beide Richtungen an derselben Stelle auf, je nach Grundwasserstand. Mit dem eindringenden Wasser werden zudem Sand und Feinteile aus der Umgebung in die Leitung gespült. Dadurch entstehen Hohlräume neben dem Rohr, die das Rohrbett schwächen und weitere Schäden nach sich ziehen.

Anzeichen einer Leckage

Ein einzelnes Anzeichen beweist noch keine Leckage, mehrere zusammen sind aber ein deutlicher Hinweis. Achten Sie besonders auf feuchte oder fleckige Wände und Böden, abblätternde Farbe, Ausblühungen und Schimmel, vor allem im Keller und entlang von Leitungen.

Weitere Warnzeichen sind ein muffiger Geruch oder Kanalgeruch im Keller oder im Garten, ein Wasserverbrauch, der ohne erkennbaren Grund steigt, ein Wasserzähler, der bei geschlossenen Hähnen weiterläuft, und ein Heizungsdruck, der immer wieder nachgefüllt werden muss.

Im Aussenbereich deuten Absenkungen im Rasen, in der Pflästerung oder im Asphalt über der Leitung auf ausgespülten Boden hin. Auch auffällig grüne Rasenstreifen im Sommer, Wurzeln, die gezielt Richtung Leitung wachsen, und wiederkehrende Verstopfungen an derselben Stelle können mit einer Leckage zusammenhängen. Wurzeln dringen meist dort ein, wo eine Verbindung bereits undicht ist.

Welche Folgen hat eine unentdeckte Leckage?

Je länger eine Leckage unbemerkt bleibt, desto teurer wird sie. Im Gebäude durchnässt austretendes Wasser Dämmung, Unterlagsboden und Mauerwerk. Es entstehen Schimmel, Bauschäden und Gerüche, und die Trocknung dauert oft Wochen. Aus einer kleinen undichten Stelle wird so ein grosser Wasserschaden.

Bei erdverlegten Abwasserleitungen spült das austretende oder eindringende Wasser Feinmaterial aus dem Rohrbett. Es bilden sich Hohlräume, die Leitung verliert ihr Auflager, und es kommt zu weiteren Versätzen, Rissen und im schlimmsten Fall zu einem Rohrbruch. An der Oberfläche zeigt sich das später als Absenkung oder sogar als Einbruch.

Hinzu kommen Umwelt- und Rechtsfolgen: Austretendes Abwasser verschmutzt Boden und Grundwasser, eindringendes Fremdwasser belastet die öffentliche Kanalisation. Gemeinden können bei Kontrollen oder im Rahmen der Entwässerungsplanung eine Sanierung verlangen. Und nicht zuletzt verlängert jede Woche ohne Behebung die Liste der Schäden, die eine Versicherung prüfen muss.

Wie man eine Leckage findet

Am Anfang steht die Eingrenzung: Welche Leitung ist betroffen, Druckleitung oder Abwasser, innen oder aussen? Dafür helfen der Wasserzähler, der Heizungsdruck, der Entwässerungsplan der Liegenschaft und die Lage der Feuchtstellen.

Bei Druckleitungen kommt die eigentliche Leckortung zum Zug: akustische Ortung und Korrelationsmessung hören das austretende Wasser, bei Bedarf ergänzt durch Prüfgas oder Thermografie. So lässt sich die Leckstelle in der Regel auf wenige Zentimeter genau bestimmen, ohne dass vorher aufgespitzt werden muss.

Bei Abwasserleitungen wird die Leitung zuerst mit Hochdruck gereinigt, damit die Kamera freie Sicht hat. Die Kanal-TV-Inspektion zeigt dann Risse, Versätze, offene Muffen, Wurzeleinwuchs und eindringendes Wasser, und der Befund wird nach SN EN 13508-2 kodiert. Die Dichtheitsprüfung mit Luft oder Wasser, durchgeführt nach den Prüfverfahren der SN EN 1610, belegt anschliessend, ob die Haltung dicht ist. Bei Fehlanschlüssen und schwer auffindbaren Undichtigkeiten hilft zusätzlich eine Nebelprüfung.

Leckage beheben: Reparatur und Sanierung

Welche Massnahme passt, hängt von Art, Anzahl und Lage der Schäden ab. Eine einzelne undichte Muffe oder ein einzelner Riss in einer Abwasserleitung lässt sich meist grabenlos mit einem Kurzliner (Pointliner) abdichten: Eine harzgetränkte Manschette wird an die Schadstelle gefahren, angepresst und härtet dort aus.

Hat eine Leitung viele Leckagen auf der ganzen Länge, ist ein Inliner (Schlauchliner) wirtschaftlicher. Er bildet ein neues, fugenloses Rohr im alten Rohr und dichtet die ganze Haltung auf einmal ab. Nur wo eine Leitung eingebrochen, stark verformt oder falsch verlegt ist, braucht es den Ersatz in offener Bauweise.

Nach jeder Sanierung zeigt eine Abschlussbefahrung mit der Kamera, dass die Arbeit sauber ausgeführt ist; bei Bedarf belegt eine Dichtheitsprüfung die Dichtheit. Karo gibt auf Sanierungsarbeiten je nach Verfahren und Umfang bis zu 10 Jahre Garantie. Leckagen an Trinkwasser- und Heizungsleitungen im Gebäude repariert in der Regel der Sanitär- oder Heizungsinstallateur, sobald die Stelle geortet ist.

Beispiel aus der Praxis

In einem Mehrfamilienhaus im Kanton Zürich riecht es im Keller immer wieder muffig, an einer Aussenwand bilden sich Ausblühungen, und im Rasen davor hat sich eine leichte Mulde gebildet. Wasserzähler und Heizungsdruck sind unauffällig, die Druckleitungen scheiden damit als Ursache weitgehend aus. Nach der Hochdruckreinigung der Grundleitung zeigt die Kamerabefahrung zwei offene Muffen mit Wurzeleinwuchs, genau unter der abgesunkenen Stelle. Beide Leckagen werden grabenlos mit je einem Kurzliner abgedichtet, die Abschlussbefahrung dokumentiert das Ergebnis, und der Garten muss nicht aufgegraben werden.

Häufige Fragen zu Leckage

Was ist der Unterschied zwischen Leckage und Leckortung?+

Die Leckage ist die undichte Stelle selbst, also der Schaden an Leitung, Schacht oder Behälter. Die Leckortung ist das Verfahren, mit dem diese Stelle gesucht und genau bestimmt wird, zum Beispiel mit Akustik, Prüfgas, Thermografie oder Kamera.

Wie erkenne ich eine Leckage in der Abwasserleitung?+

Typisch sind feuchte Kellerwände, Kanalgeruch, Absenkungen im Garten oder in der Pflästerung über der Leitung und wiederkehrende Verstopfungen an derselben Stelle. Sicher nachweisen lässt sich eine Leckage nur mit einer Kanal-TV-Inspektion oder einer Dichtheitsprüfung.

Wie erkenne ich eine Leckage in der Wasserleitung?+

Schliessen Sie alle Hähne und beobachten Sie den Wasserzähler. Läuft er weiter, ist irgendwo eine Druckleitung undicht. Weitere Hinweise sind nasse Flecken an Wand oder Decke, ein ungewohnt hoher Verbrauch und ein Heizungsdruck, der regelmässig abfällt.

Ist eine kleine Leckage gefährlich?+

Ja, weil sie wächst und ihre Folgen lange verborgen bleiben. Schon wenig austretendes Wasser kann Dämmung und Mauerwerk durchnässen, Schimmel verursachen oder das Rohrbett ausspülen. Je früher die Stelle gefunden wird, desto kleiner und günstiger bleibt die Reparatur.

Muss für die Behebung einer Leckage aufgegraben werden?+

Bei Abwasserleitungen meist nicht. Einzelne Schäden werden grabenlos mit einem Kurzliner abgedichtet, durchgehend undichte Leitungen mit einem Inliner. Aufgegraben wird nur, wenn eine Leitung eingebrochen, stark verformt oder falsch verlegt ist.

Wer ist für eine Leckage an der Hausanschlussleitung verantwortlich?+

Leitungen auf dem eigenen Grundstück gehören zur privaten Liegenschaftsentwässerung. Für deren Dichtheit und Unterhalt ist in der Regel der Eigentümer zuständig. Wo genau die Grenze zur öffentlichen Kanalisation liegt, regelt das Entwässerungsreglement der Gemeinde.

Was kostet die Suche nach einer Leckage bei Karo?+

Abgerechnet wird nach Aufwand: CHF 160 pro Stunde plus CHF 60 Anfahrt, exklusive MwSt. Kommt eine Kanal-TV-Inspektion hinzu, gilt ein Zuschlag ab CHF 50. Wie lange die Suche dauert, hängt von Leitung, Zugänglichkeit und Verfahren ab.

Zahlt die Versicherung eine Leckage?+

Das hängt von der Police ab. Folgeschäden durch Leitungswasser sind oft versichert, die Reparatur der undichten Leitung selbst nicht immer. Ein dokumentierter Befund mit Bildern und genauer Lage der Leckage erleichtert die Abklärung mit der Versicherung erheblich.

Brauchen Sie Leckage in Ihrer Region?

Wir sind in der ganzen Deutschschweiz für Sie da – schnell, sauber, mit 24/7-Notfalldienst.