Bei der Leckortung wird die genaue Stelle eines Wasser- oder Rohrlecks lokalisiert, ohne die betroffene Fläche grossflächig aufzugraben. Fachbetriebe kombinieren dazu verschiedene Verfahren wie Kamerainspektion, Druck- und Dichtheitsprüfung, akustische Ortung, Gasprüfung mit Prüfgas oder Feuchtemessung. Ziel ist es, den Schaden punktgenau zu finden, um gezielt und mit minimalem Eingriff reparieren zu können.
In diesem Beitrag erklären wir die wichtigsten Methoden der Leckortung und wie eine professionelle Lecksuche abläuft. So verstehen Sie, warum die präzise Ortung Zeit und Geld spart und unnötige Aufgrabungen vermeidet.
Warum präzise Leckortung so wichtig ist
Ein unentdecktes Leck kann erhebliche Schäden anrichten: durchfeuchtetes Mauerwerk, Schimmel, unterspülte Fundamente oder ein schleichend steigender Wasserverbrauch. Oft zeigt sich das Problem an einer ganz anderen Stelle, als es tatsächlich entsteht, weil Wasser entlang von Leitungen und Schichten wandert. Ohne genaue Ortung würde man an der falschen Stelle graben.
Die moderne Leckortung setzt genau hier an. Statt auf Verdacht aufzureissen, wird der Schaden mit Messtechnik eingegrenzt und punktgenau bestimmt. Das reduziert den baulichen Eingriff auf ein Minimum und verhindert unnötige Folgekosten.
Kamerainspektion als Basis
Ein zentrales Werkzeug ist die Kanal-TV-Inspektion. Eine hochauflösende Kamera wird durch die Leitung geführt und zeigt Risse, Brüche, undichte Muffen oder Wurzeleinwuchs direkt im Bild. Über die Ortung des Kamerakopfes lässt sich die Schadstelle zudem lagegenau an der Oberfläche markieren.
Die Kamerabefahrung eignet sich hervorragend für zugängliche Abwasser- und Grundleitungen. Sie liefert nicht nur die Position, sondern auch ein klares Bild der Schadensart, was die Wahl der späteren Sanierungsmethode erleichtert, etwa eine Rohrsanierung ohne Graben.
Druck- und Dichtheitsprüfung
Bei der Druckprüfung wird ein abgegrenzter Leitungsabschnitt mit Wasser oder Luft unter definierten Druck gesetzt. Fällt der Druck über die Zeit ab, ist die Leitung undicht. Dieses Verfahren weist ein Leck zuverlässig nach und lässt sich mit weiterer Ortungstechnik kombinieren, um die genaue Stelle einzugrenzen.
Für Abwasserleitungen ist die normgerechte Dichtheitsprüfung ein anerkanntes Verfahren, um die Dichtheit vor der Abnahme oder nach einer Sanierung zu belegen. Sie schafft Sicherheit und ist teils behördlich gefordert.
Akustische Ortung und Gasprüfung
Bei Druckleitungen kommt die akustische Ortung zum Einsatz. Austretendes Wasser erzeugt ein charakteristisches Geräusch, das mit empfindlichen Bodenmikrofonen und Korrelatoren erfasst und lokalisiert wird. Erfahrene Techniker grenzen so die Leckstelle Meter für Meter ein.
Die Gasprüfung nutzt ein unbedenkliches Prüfgas, meist ein Wasserstoff-Stickstoff-Gemisch. Das Gas wird in die entleerte Leitung eingebracht und tritt an der undichten Stelle aus, wo es an der Oberfläche mit einem hochempfindlichen Spürgerät nachgewiesen wird. Diese Methode ist besonders bei schwer zugänglichen oder schwach ausgeprägten Lecks wirksam.
Feuchtemessung und Thermografie
Ergänzend helfen Feuchtemessgeräte, die Ausbreitung von Wasser in Wänden und Böden zu kartieren, sowie die Thermografie, die Temperaturunterschiede sichtbar macht. Ein Warmwasserleck zeichnet sich beispielsweise als Wärmespur ab. Diese berührungslosen Verfahren helfen, den Bereich einzugrenzen, bevor gezielt weitergeprüft wird.
In der Praxis werden die Methoden kombiniert. Der Fachmann wählt je nach Leitungstyp, Zugänglichkeit und Schadensbild die passende Reihenfolge, um mit möglichst wenig Aufwand zum sicheren Ergebnis zu kommen.
Der typische Ablauf einer Lecksuche
Am Anfang steht die Bestandsaufnahme: Wo zeigen sich Feuchtigkeit, Druckverlust oder erhöhter Verbrauch? Auf dieser Basis grenzt der Techniker den Bereich ein und wählt die Ortungsmethoden. Schritt für Schritt wird die Leckstelle lokalisiert und schliesslich punktgenau markiert, sodass die Reparatur gezielt erfolgen kann.
Nach der Reparatur bestätigt eine erneute Prüfung, etwa eine Dichtheits- oder Druckprüfung, den Erfolg. So ist gesichert, dass das Leck vollständig behoben ist und keine Restundichtigkeit zurückbleibt.
Fazit: gezielt orten statt blind graben
Professionelle Leckortung findet den Schaden präzise und schonend, oft ganz ohne grossflächiges Aufgraben. Durch die Kombination von Kamera, Druckprüfung, akustischer Ortung, Gasprüfung und Feuchtemessung lässt sich nahezu jedes Leck zuverlässig lokalisieren. Das spart Kosten, schützt die Bausubstanz und verkürzt die Reparaturzeit.
Vermuten Sie ein verstecktes Leck oder steigt Ihr Wasserverbrauch unerklärlich? Rufen Sie uns an unter +41 43 588 12 08. Unsere Fachleute orten den Schaden präzise, an sechs Standorten in Frauenfeld, St. Gallen, Winterthur und Zürich, im dringenden Fall über unseren 24/7-Notfalldienst rund um die Uhr.


