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Inspektion

Dichtheitsprüfung nach SN EN 1610: Normen, Ablauf und Pflichten

Nenad Filipovic
5 Min. Lesezeit
18. Juni 2025
Aktualisiert: 28. Januar 2026
Druckprüfungsgeräte und Manometer bei einer Dichtheitsprüfung

Die Dichtheitsprüfung von Entwässerungsleitungen ist in der Schweiz gesetzlich geregelt und stellt sicher, dass kein Abwasser ins Erdreich gelangt und kein Fremdwasser ins Kanalsystem eindringt. Wir erklären Ihnen alles, was Sie als Eigentümer wissen müssen.

Was sagt die Norm SN EN 1610?

Die europäische Norm EN 1610 (in der Schweiz als SN EN 1610 übernommen) regelt die Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen. Sie definiert die Prüfverfahren, die zulässigen Drücke, die Prüfdauer und die Akzeptanzkriterien. Die Norm gilt für neu verlegte Leitungen ebenso wie für sanierte Abschnitte.

Prüfverfahren: Wasser oder Luft?

Es gibt zwei zugelassene Prüfverfahren: Die Wasserdruckprüfung (Verfahren W) und die Luftdruckprüfung (Verfahren L). Bei der Wasserdruckprüfung wird die Leitung mit Wasser gefüllt und unter Druck gesetzt. Der zulässige Wasserverlust wird über eine definierte Zeitspanne gemessen. Bei der Luftdruckprüfung wird die Leitung mit Druckluft beaufschlagt und der Druckabfall über 5 Minuten gemessen. Beide Verfahren sind gleichwertig, in der Praxis wird jedoch die Luftdruckprüfung bevorzugt, da sie schneller und ohne Wasserverbrauch durchführbar ist.

Ablauf einer Dichtheitsprüfung

Der typische Ablauf umfasst: Vorinspektion der Leitung mittels Kanal-TV, Setzen von Absperrblasen an beiden Enden des Prüfabschnitts, Aufbau des Prüfdrucks (bei Luft: 100 mbar Vordruck, dann Prüfdruck von 100 mbar), Ablesen des Druckabfalls nach definierter Zeit und Dokumentation der Ergebnisse im Prüfprotokoll.

Wann ist eine Dichtheitsprüfung Pflicht?

Eine Dichtheitsprüfung ist gesetzlich vorgeschrieben bei Neubauten vor dem Eindecken der Leitungen, nach Sanierungsarbeiten an bestehenden Leitungen, bei Handänderungen (in vielen Kantonen), auf behördliche Anordnung sowie bei begründetem Verdacht auf Undichtigkeit. Die Prüfprotokolle müssen aufbewahrt und der Gemeinde vorgelegt werden.

Was passiert bei nicht bestandener Prüfung?

Besteht eine Leitung die Dichtheitsprüfung nicht, muss die undichte Stelle lokalisiert und repariert werden. Anschliessend wird die Prüfung wiederholt. Bei gravierenden Schäden kann ein Teilaustausch oder eine Sanierung mittels Inliner-Verfahren notwendig sein. Wir beraten Sie umfassend über die wirtschaftlichste Lösung.

NF

Nenad Filipovic

Autor · Karo Kanaltechnik GmbH

Schlagwörter

DichtheitsprüfungSN EN 1610NormenAbnahmeQualitätssicherung

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