Was ist eine Drainage?
Eine Drainage ist eine Entwässerung des Bodens. Am Haus versteht man darunter ein Netz aus gelochten oder geschlitzten Rohren, das am Fuss der Kellerwände verlegt ist. Regen versickert im Boden, Hangwasser fliesst seitlich nach, und in lehmigen oder dichten Böden staut sich dieses Wasser an der Kellerwand. Die Drainage nimmt es auf, bevor es Druck aufbauen kann, und leitet es kontrolliert weg.
Wichtig ist die Abgrenzung zur Abdichtung: Die Abdichtung der Kellerwand verhindert, dass Wasser durch das Mauerwerk dringt. Die Drainage sorgt dafür, dass gar nicht erst viel Wasser vor der Wand stehen bleibt. Beide arbeiten zusammen. Fällt die Drainage aus, muss die Abdichtung plötzlich Wasserdruck aushalten, für den sie oft nicht ausgelegt ist – die Folge sind feuchte Wände, Ausblühungen und im schlimmsten Fall Wasser im Keller.
Eine Drainage ist keine Abwasserleitung im eigentlichen Sinn. Sie führt kein Schmutzwasser aus Küche, Bad oder WC, sondern nur Wasser aus dem Boden. Trotzdem gehört sie zur Liegenschaftsentwässerung und braucht wie jede Leitung Unterhalt: Ihre Löcher und Schlitze nehmen nicht nur Wasser auf, sondern mit der Zeit auch feinen Boden.
Aufbau einer Hausdrainage
Die häufigste Form am Einfamilienhaus ist die Ringdrainage. Das Drainagerohr läuft dabei rund um das Gebäude, auf der Höhe des Fundaments und mit leichtem Gefälle zum Auslauf. So erfasst es das Wasser von allen Seiten. Bei Häusern am Hang genügt manchmal eine Drainage auf der Bergseite, wo das Hangwasser ankommt; Flächendrainagen unter der Bodenplatte kommen vor allem bei Neubauten mit hohem Wasseranfall vor.
Um das Rohr herum liegt eine Sickerpackung aus gewaschenem Kies. Sie leitet das Wasser zum Rohr und hält gröbere Bodenteile zurück. Ein Filtervlies (Geotextil) trennt den Kies vom umliegenden Erdreich, damit feine Partikel nicht in die Packung eingeschwemmt werden. Vor der Kellerwand liegt oft zusätzlich eine Sickerschicht, etwa eine Noppenbahn oder Sickerplatten, über die das Wasser senkrecht nach unten zum Rohr gelangt.
An den Ecken des Gebäudes und bei Richtungswechseln sitzen Kontroll- oder Spülschächte. Sie sind die Zugänge, über die man die Drainage später mit dem Spülschlauch und der Kamera erreicht. Am tiefsten Punkt sammelt ein Drainageschacht das Wasser und übergibt es an die Ableitung. Fehlen solche Schächte, lässt sich eine Drainage nur sehr eingeschränkt reinigen und prüfen.
Drainagerohr und Drainageschacht
Das Drainagerohr ist meist ein Kunststoffrohr aus PVC oder PE, häufig gewellt und oft gelb eingefärbt. Über den Umfang verteilte Schlitze lassen das Wasser eintreten. Manche Rohre sind zusätzlich mit Kokosfaser oder Vlies ummantelt, die als Filter wirken. Ältere Drainagen bestehen auch aus Ton- oder Betonrohren mit offenen Stossfugen, durch die das Wasser eindringt.
Weil die Rohre gelocht und oft gewellt sind, sind sie empfindlicher als glatte Abwasserrohre. Bei der Reinigung muss der Druck darum angepasst werden; ein Spülstrahl mit voller Kraft könnte Wellrohre beschädigen oder durch die Schlitze die Kiespackung ausspülen.
Der Drainageschacht – oft auch Kontroll-, Spül- oder Sammelschacht genannt – ist ein senkrechter Schacht aus Beton- oder Kunststoffringen. Er hat meist einen vertieften Boden, in dem sich Sand und Schlamm absetzen sollen, bevor das Wasser weiterfliesst. Dieser Sumpf muss regelmässig ausgesaugt werden; ist er voll, gelangt der Schlamm in die Ableitung. Liegt die Drainage tiefer als die Leitung, in die sie entwässern soll, braucht es einen Pumpenschacht, der das Wasser anhebt.
Wohin fliesst das Drainagewasser?
Drainagewasser ist sauberes Wasser aus dem Boden. Das Schweizer Gewässerschutzrecht verlangt, dass nicht verschmutztes Abwasser wenn immer möglich versickert wird. Wo der Boden es zulässt, führt die Drainage das Wasser darum in eine Versickerungsanlage, zum Beispiel einen Sickerschacht oder eine Sickerleitung, die es wieder an den Untergrund abgibt.
Wo eine Versickerung nicht möglich ist, etwa bei dichten Böden oder hohem Grundwasser, wird das Wasser in die Meteorwasserleitung abgeleitet. Im Trennsystem fliesst es dann zusammen mit dem Regenwasser vom Dach in ein Gewässer. Im Mischsystem landet es in der Kanalisation und belastet als sogenanntes Fremdwasser die Abwasserreinigungsanlage, obwohl es gar nicht gereinigt werden müsste. Viele Gemeinden lassen darum keine neuen Drainageanschlüsse an den Schmutz- oder Mischwasserkanal mehr zu; was im Einzelfall gilt, regelt das Entwässerungsreglement der Gemeinde.
Ein Punkt, der oft übersehen wird: Ist die Drainage an eine Leitung angeschlossen, die bei Starkregen einstaut, kann Wasser rückwärts in die Drainage fliessen. Statt das Fundament zu entlasten, bringt die Drainage dann Wasser ans Haus. Eine Rückstausicherung oder eine Pumpe mit Rückflussverhinderer verhindert das.
Woran man eine verstopfte Drainage erkennt
Eine Drainage versagt selten plötzlich, sondern schleichend. Typische Anzeichen sind feuchte Flecken unten an der Kelleraussenwand, weisse Salzausblühungen, abblätternder Anstrich, muffiger Geruch und Wasser, das nach starkem Regen am Wandfuss oder durch Bodenfugen in den Keller drückt. Draussen zeigt sich das Problem als Staunässe vor dem Haus oder als Pfützen, die tagelang stehen bleiben.
Ein guter Test ist der Blick in die Drainageschächte nach einem Regen: Steht das Wasser im Schacht höher als der Rohrauslauf, fliesst es nicht ab. Ist der Schacht trocken, obwohl es stark geregnet hat, kommt vielleicht kein Wasser mehr an, weil die Rohre davor zugesetzt sind. Rostbrauner, schleimiger Belag im Schacht deutet auf Verockerung hin.
Die Ursachen sind meist dieselben: Feiner Sand und Schlamm werden mit dem Wasser eingespült und setzen sich in den Rohren und im Schacht ab. In eisenhaltigen Böden fällt Eisenocker aus, eine rostbraune Masse, die Schlitze und Rohrquerschnitt zusetzt. Baumwurzeln wachsen durch die Öffnungen ein, und an Ecken oder Wellen bleiben Laub und Schmutz hängen. Gewissheit bringt eine Kamerabefahrung: Die Kanal-TV-Kamera zeigt, ob das Rohr verschlammt, verockert, eingewachsen oder gebrochen ist.
Wie oft eine Drainage gespült werden sollte
Ein festes Intervall für alle Häuser gibt es nicht; es hängt vom Boden, vom Gelände und vom Alter der Anlage ab. In eisenhaltigen Böden mit Neigung zu Ocker ist eine Kontrolle alle ein bis zwei Jahre sinnvoll. Bei sandigen oder lehmigen Böden ohne Ocker genügt oft ein längerer Abstand, wenn die Schächte zwischendurch kontrolliert werden. Den richtigen Rhythmus zeigt am zuverlässigsten der Befund der ersten Kamerabefahrung.
Bei der Spülung wird die Leitung von den Schächten aus abschnittweise mit Wasser gereinigt. Karo arbeitet chemiefrei mit Hochdruck bis 200 bar; bei Drainagerohren wird der Druck bewusst reduziert und eine passende Düse gewählt, damit Schlamm und Ocker gelöst werden, ohne das Rohr zu beschädigen. Was gelöst ist, wird zum Schacht zurückgespült und abgesaugt. Anschliessend zeigt die Kamera, ob die Leitung frei ist; dokumentiert wird nach SN EN 13508-2.
Sinnvoll ist eine Kontrolle zudem immer dann, wenn sich etwas verändert hat: nach Bauarbeiten im Garten, nach dem Pflanzen grosser Bäume in Hausnähe, nach einem Unwetter mit Wasser im Keller oder beim Kauf einer älteren Liegenschaft.
Kosten
Die Kosten einer Drainagespülung hängen vor allem von der Leitungslänge, der Zahl und Zugänglichkeit der Schächte und dem Grad der Verschmutzung ab. Starke Verockerung braucht mehr Durchgänge als eine leichte Verschlammung. Karo rechnet nach Aufwand ab: CHF 160 pro Stunde plus CHF 60 Anfahrt, exklusive Mehrwertsteuer. Eine Stunde mit Anfahrt kostet damit CHF 220 exkl. bzw. CHF 237.82 inkl. 8,1 % MwSt.
Für die Kamerabefahrung kommt ein Zuschlag ab CHF 50 dazu. Sie lohnt sich fast immer, weil sie zeigt, ob eine Spülung genügt oder ob ein Rohr gebrochen oder eingewachsen ist. Ist die Lage der Drainageschächte unbekannt oder sind sie überdeckt, verlängert das den Einsatz; ein vorhandener Entwässerungsplan der Liegenschaft spart darum Zeit und Geld. Für eine Offerte hilft eine kurze Beschreibung der Situation, idealerweise mit Angaben zur Lage der Schächte.
Ein typischer Fall aus dem Einzugsgebiet: Ein Einfamilienhaus aus den 1980er-Jahren steht am Hang im Zürcher Oberland. Nach jedem längeren Regen zeigt sich unten an der bergseitigen Kellerwand ein feuchter Rand, der Anstrich blättert ab. Im Drainageschacht an der Hausecke steht das Wasser bis über den Rohrauslauf, am Boden liegt rostbrauner Schlamm. Die Kamerabefahrung zeigt eine stark verockerte Ringdrainage; die Schlitze sind auf weiten Strecken zu, ein Rohr ist aber nicht gebrochen. Die Leitung wird von beiden Schächten aus mit reduziertem Druck gespült, der Schlamm aus den Schächten abgesaugt und der Erfolg mit einer zweiten Befahrung dokumentiert. Wegen des eisenhaltigen Bodens wird eine Kontrolle im Abstand von ein bis zwei Jahren empfohlen.
