So funktioniert die Hochdruckreinigung
Eine Hochdruckpumpe – meist auf einem Spülwagen – setzt Wasser unter Druck und leitet es über eine Hochdruckleitung zu einer Spüldüse. Die Düse besitzt rückwärts gerichtete Bohrungen: Deren Strahlen ziehen die Düse selbst durch das Rohr und lösen zugleich die Ablagerungen von der Wand.
Das gelöste Material wird mit dem Spülwasser zum nächsten Schacht transportiert und dort abgesaugt. Für hartnäckige Verkrustungen oder Wurzeleinwuchs kommen rotierende Fräs- und Schneiddüsen zum Einsatz. Nach der Reinigung ist der volle Rohrquerschnitt wiederhergestellt und das Abwasser fliesst frei ab.
Druckbereiche und ihre Anwendung
Der eingesetzte Druck richtet sich nach Aufgabe und Rohrmaterial. Für gewöhnliche Grund- und Hausanschlussleitungen liegt der Arbeitsdruck meist zwischen 120 und 200 bar. Empfindliche oder ältere Leitungen werden mit reduziertem Druck und passender Düse geschont.
Für besonders starke Verkrustungen oder industrielle Anwendungen gibt es Höchstdruckverfahren mit deutlich höherem Druck. Entscheidend ist immer die Abstimmung von Druck, Wassermenge und Düsentyp: So wird die Reinigungswirkung maximiert, ohne dass intakte Rohre Schaden nehmen.
Vorteile der chemiefreien Reinigung
Hochdruckreinigung arbeitet allein mit Wasser und mechanischer Kraft. Das schont die Umwelt, weil keine chemischen Reiniger ins Abwasser gelangen, und ist für nahezu alle gängigen Rohrmaterialien geeignet. Zugleich erreicht das Verfahren eine gründliche Rundum-Reinigung der Rohrwand.
Ein weiterer Vorteil ist die Kombinierbarkeit: Direkt nach der Reinigung lässt sich per Kanal-TV-Inspektion der Zustand des Rohrs prüfen. Damit dient die Hochdruckreinigung nicht nur der Instandhaltung, sondern auch als Grundlage für eine allfällige Sanierungsplanung.
Düsen für unterschiedliche Aufgaben
Die Reinigungswirkung entsteht nicht allein durch den Druck, sondern massgeblich durch die passende Düse. Standard-Spüldüsen mit rückwärts gerichteten Strahlen reinigen die Rohrwand flächig und transportieren den Schmutz ab. Für harte Verkrustungen kommen rotierende Düsen zum Einsatz, die das Wasser kreisförmig verteilen.
Gegen Wurzeleinwuchs werden Fräs- und Kettenschleuderdüsen genutzt, die das Wurzelwerk mechanisch durchtrennen. Bei empfindlichen Leitungen sorgen spezielle Niederdruckdüsen für eine schonende Reinigung. Die richtige Kombination aus Druck, Wassermenge und Düse ist der Schlüssel zu einem sauberen und materialschonenden Ergebnis.
In einem Restaurant in Uster floss das Küchenabwasser immer langsamer ab. Die Grundleitung war über Jahre mit einer harten Fettschicht zugewachsen. Mit einer rotierenden Hochdruckdüse bei rund 180 bar wurde die Verkrustung Schicht für Schicht abgetragen und abgesaugt. Nach der Reinigung war der volle Querschnitt zurück – die anschliessende Kamerabefahrung bestätigte ein intaktes Rohr.
