So funktioniert das Spray-Coating
Vor dem Beschichten wird die Leitung gründlich gereinigt und getrocknet, damit das Material gut haftet. Anschliessend wird ein rotierender Sprühkopf durch das Rohr gezogen, der die flüssige Beschichtung gleichmässig und in definierter Schichtdicke auf die Rohrwand aufträgt.
Das aufgesprühte Material härtet innerhalb kurzer Zeit aus und bildet eine geschlossene, glatte Innenschicht. Sie dichtet feine Risse und poröse Stellen ab, schützt vor Korrosion und verbessert durch die glatte Oberfläche den Abfluss. Über eine Kamerabefahrung wird die gleichmässige Auftragung kontrolliert.
Wann sich eine Kanalbeschichtung eignet
Das Verfahren spielt seine Stärken bei Leitungen mit vielen Bögen, Abzweigen und Querschnittswechseln aus, die sich mit einem starren Schlauchliner nur schwer sanieren lassen. Auch kleinere Rohrdurchmesser und komplexe Fallleitungen im Gebäude sind gut beschichtbar.
Kanalbeschichtung eignet sich für Rohre, die grundsätzlich noch tragfähig sind und vor allem gegen Undichtigkeit, Korrosion und Angriff durch Abwasser geschützt werden sollen. Bei stark deformierten oder statisch geschädigten Leitungen, die eine tragende Funktion übernehmen müssen, ist dagegen ein Schlauchliner die richtige Wahl.
Vorteile gegenüber dem Rohrersatz
Wie alle grabenlosen Verfahren erspart die Kanalbeschichtung das Aufgraben. Wände, Böden, Schächte und Gärten bleiben unangetastet, und die Sanierung ist oft in wenigen Stunden abgeschlossen. Das ist gerade bei verwinkelten Leitungen in bewohnten Gebäuden ein grosser Vorteil.
Die Beschichtung passt sich der Rohrgeometrie flexibel an und lässt sich in mehreren Schichten auftragen, um die gewünschte Dicke zu erreichen. So entsteht ein durchgehender, nahtloser Schutzfilm, der die Lebensdauer der Leitung deutlich verlängert.
Ablauf und Qualitätskontrolle
Am Anfang steht immer eine gründliche Reinigung und eine Kamerabefahrung, die den Zustand des Rohrs dokumentiert. Erst auf einer sauberen, trockenen und tragfähigen Oberfläche haftet die Beschichtung zuverlässig. Lose Ablagerungen, Fett oder Restfeuchte würden die Haftung beeinträchtigen.
Nach dem Auftragen und Aushärten wird das Ergebnis erneut per Kamera kontrolliert: Die Schicht muss gleichmässig, geschlossen und ohne Fehlstellen sein. Diese Vorher-Nachher-Dokumentation belegt die fachgerechte Ausführung und dient dem Eigentümer als Nachweis über den sanierten Zustand der Leitung.
In einem Altbau in Winterthur waren die verzweigten gusseisernen Fallleitungen innen korrodiert und an mehreren Stellen leicht undicht. Wegen der vielen Bögen war ein durchgehender Schlauchliner nicht praktikabel. Stattdessen wurde die Innenwand per Spray-Coating mit Polyurethan beschichtet. Die Leitungen sind seither dicht und korrosionsgeschützt – ohne dass eine einzige Wand geöffnet werden musste.
