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Sanierung

Grundleitung sanieren: Ablauf, grabenlos & Kosten

Nenad Filipovic
7 Min. Lesezeit
22. August 2026
Aktualisiert: 22. August 2026
Grundleitung grabenlos sanieren mit Schlauchliner zur Rohrsanierung ohne Aufgraben

Eine Grundleitung sanieren Sie heute in den meisten Fällen grabenlos, das heisst ohne den Boden aufzureissen: Ein mit Kunstharz getränkter Schlauchliner wird in das defekte Rohr eingezogen, an die Rohrwand gepresst und aushärten gelassen, sodass im alten Rohr ein neues, dichtes Rohr entsteht. Dieses Verfahren erneuert Risse, undichte Muffen und Korrosionsschäden von innen, ohne dass Gärten, Einfahrten oder Bodenplatten aufgegraben werden müssen. Nur bei stark deformierten oder eingestürzten Leitungen ist noch eine offene Bauweise nötig. Welches Verfahren im Einzelfall infrage kommt, entscheidet sich immer erst nach einer genauen Kamerabefahrung, die Lage und Ausmass des Schadens dokumentiert.

Was ist eine Grundleitung?

Die Grundleitung ist der Teil der Entwässerung, der das Abwasser innerhalb und unterhalb des Gebäudes sammelt und meist im Erdreich unter der Bodenplatte oder im Garten zum öffentlichen Kanal führt. Sie liegt verborgen unter der Erde und ist damit im Alltag unsichtbar, aber zentral für die Funktion der gesamten Hausentwässerung. Weil Grundleitungen oft Jahrzehnte alt sind, treten mit der Zeit typische Schäden auf: undichte Muffen, Risse, Wurzeleinwüchse, Scherbenbildung und Korrosion. Solche Schäden führen zu Verstopfungen, Rückstau und im schlimmsten Fall zu Bodenauswaschungen, bei denen unter der Bodenplatte Hohlräume entstehen und die Gebäudestatik gefährdet wird.

Woran erkennt man eine sanierungsbedürftige Leitung?

Anzeichen sind wiederkehrende Verstopfungen, langsamer Abfluss, Geruch aus den Abläufen, feuchte Stellen im Keller oder Absenkungen im Garten. Endgültige Klarheit bringt jedoch nur eine Kamerabefahrung. Sie zeigt exakt, wo und wie stark die Leitung geschädigt ist, und liefert die Grundlage für die Wahl des Sanierungsverfahrens. Erst wenn Lage, Ausmass und Art des Schadens bekannt sind, lässt sich entscheiden, ob eine grabenlose Sanierung möglich ist oder eine offene Reparatur nötig wird.

Wie funktioniert die grabenlose Sanierung?

Das gängigste grabenlose Verfahren ist das Schlauchliner- oder Inliner-Verfahren. Zuerst wird die Leitung gründlich mit Hochdruck gereinigt und per Kamera vermessen. Dann wird ein Gewebeschlauch mit Kunstharz getränkt und über einen Schacht oder eine Reinigungsöffnung in das alte Rohr eingezogen oder eingestülpt. Mit Druckluft oder Wasser wird der Liner an die Rohrwand gepresst.

Anschliessend härtet das Harz aus, je nach System durch Warmwasser, Dampf oder UV-Licht. Nach dem Aushärten ist im alten Rohr ein neues, nahtloses und dichtes Rohr entstanden, das die statische und hydraulische Funktion übernimmt. Zum Abschluss werden eventuell überdeckte Abzweige per Fräsroboter wieder geöffnet, und eine Kamerabefahrung dokumentiert das Ergebnis. Für einzelne, örtlich begrenzte Schäden gibt es zudem die Kurzliner- oder Partliner-Technik, die nur den defekten Abschnitt saniert.

Welche Vorteile hat die grabenlose Methode?

Der grösste Vorteil ist, dass Gärten, Terrassen, Einfahrten und Bodenplatten unversehrt bleiben. Es entfallen aufwendige Aushubarbeiten, die Wiederherstellung der Oberflächen und die lange Bauzeit. Die Sanierung ist dadurch schneller, sauberer und oft kostengünstiger als der komplette Rohraustausch. Zudem ist die neue Innenschicht glatt, was die Fliessleistung verbessert und erneute Ablagerungen erschwert. Die Lebensdauer eines fachgerecht eingebauten Liners beträgt mehrere Jahrzehnte.

Wie lange dauert eine grabenlose Sanierung?

Die Dauer hängt von Länge, Durchmesser und Schadensbild ab, doch im Vergleich zur offenen Bauweise ist die grabenlose Sanierung deutlich schneller. Eine einzelne Grundleitung lässt sich häufig innerhalb eines Tages sanieren, von der Reinigung über das Einbringen des Liners bis zum Aushärten. Bei der Kurzliner-Technik für einen einzelnen Schaden geht es oft noch schneller. Weil keine Aushub- und Wiederherstellungsarbeiten anfallen, ist die Liegenschaft in der Regel schon kurz nach der Aushärtung wieder voll nutzbar.

Die Aushärtezeit selbst richtet sich nach dem verwendeten System. Bei der UV-Lichthärtung geht es besonders zügig, während Warmwasser- oder Dampfhärtung etwas länger dauert. Entscheidend ist, dass die Aushärtung kontrolliert und vollständig erfolgt, denn nur ein korrekt ausgehärteter Liner erreicht die volle Festigkeit und die erwartete Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten. Ein erfahrener Betrieb überwacht diesen Prozess sorgfältig und dokumentiert ihn.

Wann ist doch eine offene Bauweise nötig?

Nicht jeder Schaden lässt sich von innen beheben. Ist die Leitung eingestürzt, stark deformiert, auf ganzer Länge zerbrochen oder komplett verlagert, fehlt dem Liner die tragende Grundlage. In solchen Fällen muss der betroffene Abschnitt freigelegt und ersetzt werden. Auch wenn der Rohrverlauf verändert werden soll oder mehrere Leitungen zusammengelegt werden, kommt die offene Bauweise zum Einsatz. Welches Verfahren möglich ist, entscheidet sich anhand der Kamerabefahrung und der örtlichen Gegebenheiten.

Wie beugt man neuen Schäden vor?

Nach einer Sanierung stellt sich die Frage, wie sich die neue Leitung möglichst lange in gutem Zustand halten lässt. Die glatte Innenschicht eines Liners erschwert Ablagerungen und verbessert den Durchfluss, doch auch sie profitiert von einer regelmässigen Kontrolle. Eine gelegentliche Kamerabefahrung zeigt frühzeitig, ob sich neue Probleme anbahnen, etwa an noch nicht sanierten Abschnitten oder an Übergängen. So lassen sich kleinere Eingriffe planen, bevor daraus grössere Schäden werden.

Vorbeugend hilft zudem ein bewusster Umgang mit dem Abwasser. Fette, Feuchttücher, Hygieneartikel und andere Feststoffe gehören nicht in die Leitung, da sie Ablagerungen und Verstopfungen begünstigen. Wer diese Grundregeln beachtet und die Leitungen in sinnvollen Abständen reinigen und prüfen lässt, verlängert die Lebensdauer der Entwässerung erheblich und schützt seine Investition in die Sanierung. Ein Wartungsvertrag nimmt Eigentümern die Terminplanung ab.

Was kostet die Sanierung einer Grundleitung?

Die Kosten hängen stark von Länge, Durchmesser, Schadensbild und Verfahren ab und lassen sich seriös erst nach einer Kamerabefahrung beziffern. Diese ist ab rund CHF 50 erhältlich, die vorbereitende Reinigung und die Arbeitszeit werden mit einem Stundenansatz von etwa CHF 160 pro Stunde plus Anfahrtspauschale von rund CHF 60 verrechnet, diese Werte mit einer Schwankung von plus/minus 15 Prozent. Die grabenlose Sanierung ist in der Regel deutlich günstiger als ein Komplettaustausch mit Aushub, da Oberflächenwiederherstellung und Bauzeit entfallen. Ein detailliertes Angebot nach der Inspektion schafft Planungssicherheit.

Vermuten Sie einen Schaden an Ihrer Grundleitung? Karo Kanaltechnik prüft die Leitung per Kamera und saniert sie wo möglich grabenlos, ohne Ihren Garten aufzureissen. Bei akuten Verstopfungen oder Rückstau ist unser 24/7-Notfalldienst rund um die Uhr erreichbar unter +41 43 588 12 08.

NF

Nenad Filipovic

Autor · Karo Kanaltechnik GmbH

Schlagwörter

GrundleitungRohrsanierunggrabenlosInliner

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