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Meteor- und Regenwasserleitung reinigen: warum & wie

Nenad Filipovic
6 Min. Lesezeit
22. August 2026
Aktualisiert: 22. August 2026
Meteorwasserleitung reinigen mit Hochdruckspülung der Regenwasserleitung und Schacht

Meteor- und Regenwasserleitungen müssen gereinigt werden, weil sich in ihnen Laub, Sand, Schlamm, Moos und Kies ablagern und den Abfluss des Niederschlagswassers behindern. Ist die Leitung verstopft, kann das Regenwasser nicht mehr abfliessen, staut sich zurück und führt zu Überflutungen von Höfen, Kellerabgängen und Tiefgaragen. Die Reinigung erfolgt mit einer Hochdruckspülung, die Ablagerungen löst und wegspült, sowie mit dem Absaugen von Schlammsammlern und Sinkkästen. So bleibt die Entwässerung auch bei Starkregen leistungsfähig. Gerade weil solche Leitungen nur bei Niederschlag durchflossen werden, sammelt sich der Schmutz über lange Zeit unbemerkt an, bis das System beim nächsten kräftigen Regen an seine Grenzen stösst.

Was ist eine Meteorwasserleitung?

Meteorwasser ist der in der Schweiz gebräuchliche Begriff für Niederschlagswasser, also Regen, Schnee und Hagel. Eine Meteor- oder Regenwasserleitung sammelt dieses Wasser von Dächern, Vorplätzen, Strassen und versiegelten Flächen und leitet es getrennt vom Schmutzwasser ab, entweder in ein Gewässer, eine Versickerungsanlage oder die Regenwasserkanalisation. Im Gegensatz zur Schmutzwasserleitung transportiert sie kein Abwasser aus Haushalten, sondern ausschliesslich Oberflächenwasser. Diese Trennung schützt Gewässer und entlastet die Kläranlagen.

Warum verstopfen Regenwasserleitungen?

Regenwasserleitungen sind besonders anfällig für Verschmutzungen von aussen. Über Dachrinnen und Bodeneinläufe gelangen Laub, Nadeln, Blüten, Sand und feiner Schmutz in die Leitung. Bei Starkregen wird zusätzlich Kies und Erde eingeschwemmt. Dieses Material setzt sich in den Rohren, in Sinkkästen und in Schlammsammlern ab. Kommen Wurzeleinwüchse oder Fehlgefälle hinzu, verschärft sich die Situation. Weil Regenwasserleitungen oft nur bei Niederschlag durchflossen werden, spült sich der Schmutz nicht von selbst weg, sondern sammelt sich über die Zeit an.

Ein zusätzlicher Faktor ist die Jahreszeit. Im Herbst fällt besonders viel Laub an, das sich in kurzer Zeit in Dachrinnen und Einläufen sammelt und von dort in die Leitungen gespült wird. Im Frühjahr sorgen Blütenstaub und abgefallene Blüten für Nachschub. Wer in einer baumreichen Umgebung wohnt, muss daher mit einer schnelleren Verschmutzung rechnen und sollte die Reinigung entsprechend häufiger einplanen, idealerweise vor Beginn der niederschlagsreichen Monate.

Welche Folgen hat eine verstopfte Leitung?

Kann das Regenwasser nicht abfliessen, sucht es sich einen anderen Weg. Höfe und Einfahrten stehen unter Wasser, Kellerabgänge und Lichtschächte laufen voll, und Tiefgaragen werden überflutet. In der Folge dringt Wasser ins Gebäude ein und verursacht Feuchte- und Bauschäden. Auch die Fundamente können durch dauerhaft stehendes Wasser Schaden nehmen. Gerade bei den zunehmend heftigen Starkregenereignissen ist eine leistungsfähige Regenwasserableitung entscheidend, um Überflutungen zu verhindern.

Wie läuft die Reinigung ab?

Zunächst werden die Schlammsammler, Sinkkästen und Kontrollschächte begutachtet und mit dem Saugfahrzeug entleert, denn hier sammelt sich der Grossteil des groben Schmutzes. Anschliessend werden die Leitungen mit Hochdruck gespült: Die Düse zieht den Schlauch durch das Rohr und löst dabei Sand, Schlamm und Ablagerungen von der Rohrwand, die dann zum Schacht gespült und abgesaugt werden.

Bei Bedarf kontrolliert eine Kamerabefahrung den Zustand der Leitung und deckt Wurzeleinwüchse, Risse oder Fehlgefälle auf. So lässt sich beurteilen, ob neben der Reinigung weitere Massnahmen nötig sind. Der gesamte anfallende Schmutz wird fachgerecht entsorgt. Nach der Reinigung fliesst das Regenwasser wieder ungehindert ab.

Was ist der Unterschied zum Schmutzwasserkanal?

In modernen Entwässerungssystemen werden Regen- und Schmutzwasser getrennt geführt, man spricht vom Trennsystem. Die Meteorwasserleitung transportiert ausschliesslich sauberes Niederschlagswasser, das ohne Behandlung in ein Gewässer oder eine Versickerung geleitet werden kann. Der Schmutzwasserkanal dagegen führt das belastete Abwasser aus Haushalten zur Kläranlage. Diese Trennung entlastet die Kläranlagen bei Starkregen und schützt die Gewässer vor Überlastung.

Ein häufiger, folgenreicher Fehler ist die Fehleinleitung, bei der Schmutzwasser versehentlich in die Regenwasserleitung gelangt oder umgekehrt. Solche Fehlanschlüsse belasten Gewässer oder überlasten die Kanalisation und werden mitunter erst bei einer Kamerabefahrung entdeckt. Gerade deshalb ist die regelmässige Inspektion der Regenwasserleitungen nicht nur eine Frage der Sauberkeit, sondern auch des Gewässerschutzes. Wer sein Trennsystem kennt und kontrollieren lässt, vermeidet solche Probleme.

Wie oft sollte gereinigt werden?

Das Intervall hängt vom Standort ab. Liegen viele Bäume in der Nähe, gelangt im Herbst besonders viel Laub in die Leitung, sodass eine jährliche Reinigung sinnvoll ist. Bei geringer Laubbelastung kann das Intervall länger ausfallen. Als Faustregel empfiehlt sich eine Kontrolle und Reinigung der Regenwasserleitungen, Dachrinnen und Sinkkästen mindestens einmal jährlich, idealerweise vor der nassen Jahreszeit. Ein Wartungsvertrag stellt sicher, dass die Termine nicht vergessen werden, und sorgt dafür, dass die Entwässerung rechtzeitig vor der Herbst- und Wintersaison einsatzbereit ist.

Welche Rolle spielen Sinkkästen und Schlammsammler?

Sinkkästen und Schlammsammler sind die stillen Helfer im Regenwassersystem. Sie sind so gebaut, dass sich mitgeführter Sand, Kies und grober Schmutz darin absetzen, bevor das Wasser in die weiterführende Leitung gelangt. Auf diese Weise schützen sie die Rohre vor zu schneller Verschmutzung. Damit dieser Schutz funktioniert, müssen sie jedoch regelmässig geleert werden, denn ein voller Schlammsammler hält keinen Schmutz mehr zurück und leitet ihn ungehindert in die Leitung weiter.

Bei der Reinigung des Regenwassersystems werden deshalb immer auch die Sinkkästen und Schlammsammler mit dem Saugfahrzeug entleert und gespült. Wer diese Bauteile regelmässig warten lässt, verlängert die Reinigungsintervalle der eigentlichen Leitungen deutlich und beugt Verstopfungen wirksam vor. Die Kombination aus geleerten Sammlern und gespülten Leitungen sorgt dafür, dass das gesamte System auch bei Starkregen zuverlässig entwässert.

Was kostet die Reinigung?

Die Kosten richten sich nach Leitungslänge, Anzahl der Schächte und Verschmutzungsgrad. Als Richtwert gilt ein Stundenansatz von rund CHF 160 pro Stunde plus eine Anfahrtspauschale von etwa CHF 60, hinzu kommen Entsorgungskosten für den abgesaugten Schlamm. Eine Kamerabefahrung ist ab rund CHF 50 zubuchbar. Diese Werte können um plus/minus 15 Prozent abweichen. Werden mehrere Schächte und Leitungen in einem Einsatz gereinigt, sinken die anteiligen Anfahrtskosten.

Ihre Regen- oder Meteorwasserleitung läuft nicht mehr ab oder Höfe stehen bei Regen unter Wasser? Karo Kanaltechnik reinigt Leitungen, Sinkkästen und Schlammsammler gründlich und beugt Überflutungen vor. Bei akutem Wasserstau ist unser 24/7-Notfalldienst rund um die Uhr für Sie da unter +41 43 588 12 08.

NF

Nenad Filipovic

Autor · Karo Kanaltechnik GmbH

Schlagwörter

MeteorwasserRegenwasserKanalreinigungEntwässerung

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